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Am Rande der Grünen Woche - Demo für eine umweltfreundliche Landwirtschaft

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Unter dem Motto "Wir haben es satt" haben Tausende Menschen in Berlin demonstriert. Sie warfen dem Landwirtschaftsministerium vor, seit Jahren die Agrarindustrie zu "hofieren".

Tausende haben in Berlin unter dem Motto "Wir haben es satt" für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft demonstriert.

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Es geht um eine umweltfreundlichere Landwirtschaft: Ein Protestzug aus Tausenden Menschen ist am Samstag unter dem Motto "Wir haben es satt" durch Berlin gezogen. Angeführt von 150 Traktoren startete das Bündnis aus Bauern, Klima- und Tierschützern am Mittag am Brandenburger Tor. Auf Plakaten waren Forderungen wie "Subvention nur für Bio!" und für den Erhalt der Artenvielfalt auf deutschen Äckern zu lesen. Laut Polizei verlief der Protest ruhig. Zahlen zu den Teilnehmern nannten die Beamten zunächst nicht, die Veranstalter sprachen von 27.000 Demonstranten.

Grünen-Parteichef Robert Habeck erklärte: "Mit der Demo zeigen wir noch einmal, dass es eine große gesellschaftliche Bewegung gibt, die eine andere Landwirtschaftspolitik will." Er forderte einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln zu Dumpingpreisen und rief die Bundesregierung dazu auf, das Schreddern von Küken und die betäubungslose Kastration von Ferkeln zu verbieten. Auf allen Tier-Produkten müsse für den Verbraucher erkenntlich sein, inwieweit bei der Produktion auf das Tierwohl geachtet werde.

Kritik an EU und Handelsabkommen mit Südamerika

"Wir erleben seit vielen Jahren, dass das Landwirtschaftsministerium die Agrarindustrie hofiert", sagte zudem der Sprecher der Organisatoren, Christian Rollmann. Die Klimakrise, zu viel Nitrat im Grundwasser und das dramatische Artensterben zeigten, dass es so nicht weitergehen könne. Das Bündnis macht die Regierung für die Schließung von 130.000 Bauernhöfen seit 2005 verantwortlich.

In der Kritik stand auch die Agrarpolitik der Europäischen Union. Anstelle von Produktionsfläche und Ertrag sollten sich Subventionen in Zukunft viel mehr an Tier- und Klimaschutzkriterien orientieren, forderte Rollmann. Die Bundesregierung, die in der zweiten Jahreshälfte den EU-Ratsvorsitz übernimmt, müsse sich für eine Neuordnung der Agrarpolitik einsetzen.

Auf vielen Plakaten waren Proteste gegen das bevorstehende EU-Handelsabkommen der Europäischen Union mit der Wirtschaftsvereinigung vieler südamerikanischer Länder zu lesen. Die Organisatoren warnten, dass durch das Abkommen vermehrt billiges Rindfleisch auf den europäischen Markt komme und einheimische Produzenten verdrängt würden.

Warnung vor Radikalisierung der Landwirte

Landwirte übergaben am Vormittag außerdem eine Protestnote an Regierungsvertreter aus rund 70 Ländern, die zu einer Agrarministerkonferenz in Berlin zusammengekommen waren. Gastgeberin Julia Klöckner (CDU) nahm sie persönlich entgegen. Zugleich präsentierten sich auf der Grünen Woche 1.800 Aussteller in der Hauptstadt. Die Messe findet noch bis zum 26. Januar statt.

Bereits am Freitag waren 400 Traktoren durch Berlin gerollt. Das Bündnis "Land schafft Verbindung" hatte deutschlandweit zu Demonstrationen aufgerufen. Der Protest richtete sich unter anderem gegen neue Düngevorschriften. Ärger gab es dabei in Nürnberg, wo an einzelnen Traktoren rechtsextreme Banner aufgetaucht waren. Die Veranstalter distanzierten sich davon. Zugleich warnte der Sprecher der Bewegung, Dirk Andresen, die Politik, durch Untätigkeit in der Landwirtschaftspolitik rechte Kräfte zu stärken. "Auch ein Teil der Bauern wird sich dann radikalisieren", sagte er in einem Interview mit dem "Tagesspiegel am Sonntag".

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