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Zwielichtige Hintergründe - Wirecard im Sog eines Milliardenbetrugs

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Wirecard ist in einen Milliardenbetrug verwickelt. Unklar ist, wer verantwortlich ist. Im Zwielicht steht der Konzern schon länger. Doch nun geht es ums Überleben.

Dem deutschen Dax-Konzern Wirecard fehlen 1,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen räumt mutmaßliche Luftbuchungen ein. Die Finanzaufsicht Bafin spricht von einem "kompletten Desaster".

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Der Fall des Zahlungsdienstleisters Wirecard bietet Stoff für einen Krimi. Ob die Geschichte ein Happy End findet, ist unklar. Nun musste der Konzern eingestehen, dass die in Frage stehenden Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen". Die Summe macht rund ein Viertel der Bilanzsumme von Wirecard aus.

Die Entwicklungen um den Bilanzskandal des Dax-Unternehmens Wirecard für bargeldlose Zahlungen werden immer fragwürdiger. ZDF-Korrespondent Alexander Poel mit einer Einschätzung.

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Wirecard steht seit langem in der Kritik

Deswegen muss das Unternehmen aus Aschheim in der Nähe von München nun Bilanzen der vergangenen Jahre und die Geschäftsaussichten für die kommenden Jahre überprüfen. Die Aktien rauschten am Montag in Frankfurt weiter in den Keller. "Das Unternehmen ist schon lange in der Kritik hinsichtlich seiner Kommunikationspolitik. Jetzt rächt sich, dass der Kapitalmarkt schon früher angefangen hatte, am Unternehmen zu zweifeln", sagte der Vizepräsident der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding.

Konten existieren wohl nicht -
Wirecard findet verlorene Milliarden nicht
 

Nächster Akt im Drama um das Loch in der Bilanz von Wirecard: Der Zahlungsdienstleister geht nun davon aus, dass es die fraglichen Konten wahrscheinlich nicht gibt.

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In der Tat reicht die Geschichte der Kritik und von Angriffen gegen das Unternehmen über ein Jahrzehnt zurück. So hatte beispielsweise vor gut zehn Jahren der Chef der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei Wirecard geäußert. Pikanterweise stellte sich im Nachhinein dann aber heraus, dass er selbst auf einen fallenden Kurs des Unternehmens gewettet hatte. Deswegen wurde er wegen Marktmanipulation verurteilt. Einen weiteren "Angriff" solcher Art gab es 2016.

Als Zahlungsabwickler für Porno- und Glückspielseiten gestartet

Dass ausgerechnet Wirecard immer wieder Ziel von spekulativen Angriffen war, ist kein Zufall und liegt auch am Geschäftsmodell. Wirecard ist ein Zahlungsdienstleister, der im Hintergrund Zahlungen im Internet abwickelt. Dabei läuft vieles über dritte Partner in anderen Ländern. Auch der Ursprung des Unternehmens in der Zahlungsabwicklung von Porno- und Glücksspielseiten im Internet bietet seit jeher Raum für Phantasien und Spekulationen.

In den vergangenen Monaten hatte die Financial Times immer wieder berichtet, dass es starke Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Geschäften des Konzerns in Asien gebe. Nun wird klar, dass die Vorwürfe wohl eine ziemlich reale Grundlage haben, die Stoff für einen Krimi bietet.

Kontrollen haben versagt

Denn die angeblichen Bankbestätigungen für Treuhandkonten von Wirecard bei der philippinischen Bank BPI waren nach Angaben ihres Vorstandschefs eine plumpe Fälschung. Ein niederer Manager, der bereits entlassen ist, habe die gefälschten Zertifikate unterzeichnet. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung und des "Spiegel" soll der Anwalt und Treuhänder Mark Tolentino im philippinischen Finanzzentrum Makati City treuhänderisch die 1,9 Milliarden für Wirecard verwaltet haben. Der aber ist nicht erreichbar.

Klar ist, dass alle Kontrollen und Prüfungen – intern wie extern – in den vergangenen Jahren offensichtlich versagt haben. In dieser Hinsicht gesteht die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin, nicht effektiv genug gewesen zu sein. Beobachter wie Klaus Nieding sehen einen Großteil der Verantwortung aber auch bei den Wirtschaftsprüfern von EY. Denn die haben jahrelang die Abschlüsse des Konzerns testiert, ohne dass ihnen die Unregelmäßigkeiten aufgefallen wären.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Räume des Finanzdienstleisters Wirecard durchsucht. Der Verdacht: Marktmanipulation. Vorstandschef Braun ist zurückgetreten. Es geht um die Existenz von Wirecard. Die Aktie ist heute noch weiter abgestürzt.

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Wie es für Wirecard weiter geht, haben nun auch kreditgebende Banken in der Hand. Drehen die den Geldhahn zu, könnte es um die Zukunft des Unternehmens mit seinen rund 5.000 Beschäftigten gehen. Immerhin war am Finanzplatz Frankfurt in den vergangenen Tagen zu hören, dass man Interesse daran habe, Wirecard am Leben zu erhalten.

Vorwurf der Bilanzmanipulation -
Wirecard vor ungewisser Zukunft
 

Wo es riecht, ist meist etwas faul. Seit Monaten beteuert Wirecard, an den Vorwürfen der Bilanzmanipulation sei nichts dran. Heute erreicht die Affäre ihren dramatischen Höhepunkt.

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von Frank Bethmann
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