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Finanzaufsicht - Wirecard-Skandal: Bafin-Chef muss gehen

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Der Druck wurde zu groß: Nach dem Wirecard-Skandal kommt es nun zu einem Neuanfang an der Spitze der Finanzaufsicht. Ein Nachfolger wurde noch nicht genannt.

Archiv: Felix Hufeld am 07.05.2019 in Frankfurt
Bafin-Chef Felix Hufeld muss Posten räumen.
Quelle: dpa

Der Bilanzskandal um den früheren Dax-Konzern Wirecard kostet den Chef der Finanzaufsicht, Felix Hufeld, nach wachsendem Druck den Job. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kündigte am Freitag eine Neuaufstellung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) an.

Der Wirecard-Skandal habe offenbart, dass die deutsche Finanzaufsicht "eine Re-Organisation braucht, um ihre Aufsichtsfunktion effektiver erfüllen zu können", erklärte das Ministerium. Dazu sei eine Untersuchung der Bafin in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse in der kommenden Woche präsentiert würden.

ZDF-Korrespondent Theo Koll zum Wechsel an der Bafin-Spitze

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Finanzminister Scholz bedankt sich bei Hufeld

Das Ministerium und der Präsident der Bafin hätten heute in einem gemeinsamen Gespräch die Lage erörtert. Man sei einvernehmlich zu dem Entschluss gekommen, dass es dafür neben organisatorischen Veränderungen auch einen personellen Neustart an der Spitze der BaFin geben sollte.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte:

Ich bedanke mich ausdrücklich bei Felix Hufeld für sein großes Engagement an der Spitze der Bafin in den vergangenen acht Jahren.
Olaf Scholz, Finanzminister

"Er hat die Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland und Europa in dieser Zeit maßgeblich geprägt und entscheidend vorangebracht. Die geplante organisatorische Reform der Bafin verbinden wir mit einem personellen Neuanfang."

Bafin-Chef zeigt sich selbstkritisch

Felix Hufeld erklärte: "Ich habe acht Jahre, davon sechs Jahre als Präsident, an der Spitze der Bafin wirken dürfen." Die Bafin habe sich dabei signifikant weiterentwickelt und in vielfacher Hinsicht an Relevanz gewonnen. "Nun gilt es, weitere Aufgaben anzupacken, für deren Bewältigung ich meinem Nachfolger oder Nachfolgerin nur das Beste wünsche."

Der Jurist Hufeld (59), der die Bafin seit März 2015 führte, hatte die Vorgänge rund um Wirecard als "Schande" bezeichnet und von der "entsetzlichsten Situation" gesprochen, in der er jemals einen Konzern in der ersten deutschen Börsenliga gesehen habe. Der Bafin-Chef hatte sich zugleich selbstkritisch zur Rolle der Aufsicht geäußert:

Wir sind nicht effektiv genug gewesen, um zu verhindern, dass so etwas passiert.
Felix Hufeld, Bafin-Chef

Wirecard-Skandal: Ein Scherbenhaufen für die Anleger

Die inzwischen insolvente Wirecard AG hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem "gewerbsmäßigen Bandenbetrug" aus - und zwar seit dem Jahr 2015. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein.

Die Frage ist: Wie konnte das passieren? Und wann genau wusste die Finanzaufsicht von Unregelmäßigkeiten, und haben sie zu wenig dagegen unternommen? Die britische Zeitung "Financial Times" hatte seit 2015 immer wieder über Merkwürdigkeiten und Unregelmäßigkeiten bei Wirecard berichtet.

Das Logo von Wirecard. Archivbild

Wirecard-Affäre - Wie die BaFin einmal zwei Augen zudrückte 

Als die BaFin 2018 Wirecard überprüfte, gewährte sie der Firma offenbar eine Sonderbehandlung. Das zeigt ein Schreiben des Finanzministeriums, das dem ZDF exklusiv vorliegt.

von Florian Neuhann
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