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Ex-Chef Braun vor U-Ausschuss - Wirecard-Skandal - worum es heute geht

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Nach einem gigantischen Finanzskandal versucht die Politik, den Skandal um Wirecard aufzuklären. Heute tagt der Untersuchungsausschuss. Worum es geht - ein Überblick.

Der langjährige Vorstandschef Markus Braun muss heute im Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal persönlich aussagen. Ermittler sehen ihn als Dreh- und Angelpunkt.

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Im Juni meldete der Zahlungsdienstleister Wirecard angesichts eines 1,9 Milliarden Euro großen Lochs in der Bilanz Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung an. Es ist eine der größten Pleiten der Bundesrepublik, die das Vertrauen in den Finanzplatz Deutschland erschüttert hat.

Derzeit versucht ein Untersuchungsausschuss zu klären, inwieweit auch die Politik Fehler gemacht hat. Heute soll Ex-Vorstandschef Markus Braun vor dem Gremium aussagen. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen zum laufenden Wirecard-Skandal.

Wirecard-Skandal: Worum geht es?

Der inzwischen insolvente Dax-Konzern hatte im Sommer Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Das einst als deutsche Technologiehoffnung gehandelte Unternehmen saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen - in einem hart umkämpften Markt.

Wie der Finanzskandal ans Licht kam:

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen machte Wirecard jahrelang Verluste. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass seit 2015 Scheingewinne ausgewiesen wurden.

Laut ZDF-Börsenexperte Bethmann sei der Skandal eine "Mischung aus Betrug, Bilanzmanipulation und Kontrollversagen".

Wirecard-Skandal: Wer wurde geschädigt?

Allein Banken und Investoren verloren nach ihren Berechnungen mehr als drei Milliarden Euro.

Doch sie sind nicht die einzigen Geschädigten, auch viele Aktionäre verloren Geld, weil die Wirecard-Aktie nach Bekanntwerden des Skandals rapide abstürzte.

Der Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal geht weiter. ZDF-Börsenexperte Bethmann ordnet ein.

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Am Mittwoch wurde bekannt, dass nach der Pleite gut 11.500 Gläubiger Forderungen in Höhe von 12,4 Milliarden Euro angemeldet haben.

Diese Summe übersteigt die bisher erzielten Erlöse bei der Abwicklung des Konzerns um ein Vielfaches. Es gilt als ausgeschlossen, dass der Insolvenzverwalter die verlorenen Milliarden komplett zurückholt.

Laut ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann müssten die Gläubiger damit rechnen, dass sie am Ende nur wenig Geld zurückbekämen.

Nach einer aktuellen Beispielrechnung mit einer Insolvenzmasse in Höhe von einer Milliarde Euro, liege die Insolvenzquote dann bei lediglich acht Prozent. Für eine Kapitalanlage von 10.000 Euro bekämen Anleger somit nur 800 Euro zurück. Nicht mit eingerechnet ist der entstandene Vertrauensschaden.

Der Betrug von Wirecard habe deswegen funktioniert, "weil sich alle im Glanz eines deutschen Weltmarktführers gesonnt haben", sagt der Journalist Volker ter Haseborg.

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Wirecard-Untersuchungsausschuss: Worum geht es?

Der Ausschuss will aufdecken, ob das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebender Börsenstar von den Aufsichtsbehörden trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen angefasst wurde. Dabei geht es auch um Versäumnisse der Politik, weshalb die Kontakte Brauns relevant sein könnten.

Genau der soll heute zu dem Bilanzbetrug aussagen. Die Abgeordneten wollen den Ex-Manager vor allem zu seinen Kontakten zu Politik und Behörden befragen. Dass er sich zu möglichen kriminellen Machenschaften und den konkreten Betrugsvorwürfen der Staatsanwaltschaft äußert, wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Zeugen müssen sich nicht selbst belasten.

Systemversagen vor dem Ausschuss

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Braun gilt als einer der Hauptverantwortlichen für Betrugsskandal. Er ist aber nicht der einzige Zeuge, der heute vor dem Ausschuss aussagen soll: Auch ein Mitglied des Wirecard-Aufsichtsrats, der frühere Leiter des Rechnungswesens sowie ein für die Wirecard-Tochter in Dubai verantwortlicher Manager werden befragt. Die beiden Manager sollen per Video zugeschaltet werden - wohl auch, damit sie Braun nicht begegnen.

Politik, Finanzaufsicht und Co. - wer steht in der Kritik?

Neben Wirecard selbst stehen in dem Fall die Finanzaufsicht Bafin und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Kritik. Zentrale Fragen bei der politischen Aufarbeitung soll sein, wann die Bundesregierung von den Unregelmäßigkeiten wusste und ob sie zu wenig dagegen unternommen hat.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich im vergangenen Jahr bei einer China-Reise für Wirecard eingesetzt hatte, und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sollen im Untersuchungsausschuss als Zeugen befragt werden.

Scholz hat als Reaktion auf den Skandal einen Aktionsplan für eine Reform der Finanzaufsicht vorgelegt. Die Opposition wirft ihm allerdings vor, damit von eigenem Versagen als oberster Chef der Finanzaufsicht ablenken zu wollen.

Der Schriftzug von Wirecard an der Firmenzentral. Archivbild

Kukies und Ex-Chef Braun -
Wirecard-Affäre: Eine Mail wirft Fragen auf
 

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun sagt an diesem Donnerstag vor dem U-Ausschuss aus. Eine Mail wirft ein neues Schlaglicht auf ein Treffen von ihm mit Staatssekretär Kukies.

von Florian Neuhann
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