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Inflationsrate über vier Prozent - Lieferkettenprobleme treiben Preise

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Die Inflation ist im September auf über vier Prozent gestiegen. Ein Grund liegt im mangelndem Nachschub vieler Produkte und Rohstoffe. Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

Seit Beginn des Jahres zieht die Inflation an und liegt jetzt bei 4,1 %. Getrieben wird das Ganze vor allem durch hohe Energiekosten, aber auch Lebensmittel wurden um 4,9 % teurer.

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Wer sich überlegt, ein neues Auto anzuschaffen, muss tiefer in die Tasche greifen. Denn Neuwagen haben sich nach Analyse von Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer um rund 360 Euro verteuert. "Ein knappes Auto-Angebot lässt die Preise steigen", sagt der Chef des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg.

Wie gravierend die Probleme etwa in der Autoindustrie sind, zeigt sich bei der Stellantis-Tochter Opel: An diesem Donnerstag hat das Unternehmen angekündigt, wegen des weltweiten Chipmangels, bis Anfang kommenden Jahres die komplette Produktion in seinem Werk im thüringischen Eisenach zu stoppen.

Ob Halbleiter, Holz oder Stahl – Preise steigen in vielen Bereichen

Der Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten in vielen Bereichen der Industrie treibt die Preise zunehmend. So ist im September die Inflation in Deutschland nach einer ersten Schätzung des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden auf 4,1 Prozent geklettert. Das ist der höchste Wert seit fast 30 Jahren.

Die Preise steigen immer weiter. Müsste die Europäische Zentralbank nicht eingreifen? ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller mit Antworten und weiteren Informationen.

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Die Statistiker machen dafür zum einen so genannte Basiseffekte verantwortlich – etwa die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer und die niedrigen Energiepreise während der Krise im vergangenen Jahr 2020. Denn die Preisteuerung bemisst sich an den – in diesem Fall niedrigen Preisen – des Vorjahres. Zum anderen aber liegt der Anstieg der Preise auch am mangelnden Nachschub in den Lieferketten.

In Autodindustrie und Unterhaltungselektronik fehlen vor allem Halbleiter; auf dem Bau mangelt es an Holz, Stahl und Kunststoffen – entsprechend steigen die Preise. Doch auch Nahrungsmittel erleben derzeit einen deutlichen Preisanstieg – im September lag der bei knapp fünf Prozent.

Energiepreise als Haupttreiber der Inflation

Dabei spielen die Verwerfungen in Folge der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle: Die Nachfrage ist nach den Einschränkungen und Lockdowns hoch, die meisten Volkswirtschaften befinden sich im Aufschwung. Gleichzeitig aber haben während der Krise viele Firmen und Zulieferer ihre Produktion heruntergeschraubt. Engpässe – und damit starke Erhöhungen der Preise lassen sich dabei vor allem am Energiemarkt beobachten.

Weil in Deutschland viel gebaut wird, steigt die Holz-Nachfrage. Im Hausbau- und Gartenbedarf werden die Holzlieferungen knapp, das spüren auch Dachdecker. Zudem sind die Holz-Exporte nach China und in die USA gestiegen, die Holz-Preise ziehen an.

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Für September registrieren die Statistiker einen Preisanstieg bei Energie um rund 14 Prozent. So ist der Ölpreis in dieser Woche an den weltweiten Rohstoffmärkten auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen – der "Schmierstoff der Wirtschaft" kostet aktuell also mehr als vor der Corona-Krise.

Zweifel an Besserung der Lage

Zunehmend kommen Zweifel zur Sprache, ob sich die Lage rasch verbessern wird – auch bei Chefinnen und Chefs wichtiger Notenbanken. Die hatten bisher darauf gehofft, dass sich die Probleme in den Lieferketten schnell wieder auflösen würden. Nun heißt es etwa, dass die Unsicherheit in den Unternehmen über die Lieferung von Rohstoffen und Materialien "eine Bedrohung für das Wachstum" sei.

Das äußerte Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank am Mittwoch beim EZB-Zentralbankforum. Der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, zeigte sich ebenfalls "frustriert“ zu sehen, dass sich die Lieferkettenprobleme nicht besserten. Das Problem werde sich vermutlich bis ins nächste Jahr hineinziehen – und auch die Inflation länger auf einem höheren Stand halten als gedacht.

In den vergangenen Monaten ist der Preis für Gas deutlich gestiegen. Ein teurer Heizwinter könnte auf die deutschen Gaskunden zukommen.

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"Der Flaschenhals wird immer enger"

Auch jüngste Umfragen des Ifo-Institutes in der Industrie schließlich sprechen erst einmal nicht für eine generelle Entspannung der Lage: So berichteten über 77 Prozent der Industriefirmen in Deutschland im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen.

Im August waren es knapp 70 Prozent. "Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger", kommentierte daher auch der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Immerhin: Im Bausektor hat sich die Versorgungslage laut Ifo hierzulande wieder ein wenig entspannt, und das lässt darauf hoffen, dass zumindest hier die Preise wieder ein wenig sinken könnten.

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von Silas Thelen
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