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Interview

Wirtschaftsweise im ZDF : AKW als Notreserve "schlechteste Lösung"

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Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert einen längeren Betrieb von Kernkraftwerken. Nur so könne die Energieversorgung garantiert und der Strompreis niedrig gehalten werden.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm zeigt sich im Gespräch mit Nazan Gökdemir unzufrieden damit, dass zwei Atomkraftwerke nur als Notreserve vorgehalten werden sollen.

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Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich unzufrieden damit gezeigt, dass die Atomkraftwerke lediglich als Energie-Notreserve vorgehalten werden sollen. Die Atomkraftwerke allein "in Bereitschaft zu halten, aber nicht laufen zu lassen, ist eigentlich die schlechteste aller Lösungen", sagte Grimm im heute journal update.

Man habe die Kosten der Bereithaltung, da man "das Personal bezahlen muss". "Man muss die Versorger eben entschädigen für diese Bereitstellung. Aber es wird keine günstige Energie produziert, die ja einen positiven Einfluss auf den Strompreis hätte."

Grimm: Großes Angebot senkt den Strompreis

Bereits im ZDF-Morgenmagazin hatte sich die Sachverständige für eine akute Nutzung der Atomkraftwerke ausgesprochen, um so über das Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage den Strompreis zu senken.

Es wäre jetzt im Fall der Atomkraftwerke sinnvoll, sie noch eine Weile laufen zu lassen, um eben die Preise abzufedern. Je mehr Kraftwerkskapazität zur Verfügung steht, desto niedriger sind die Strompreise.
Veronika Grimm, Wirtschaftsweise

Man müsse "das Stromangebot ausweiten, sodass das große Stromangebot auf die Nachfrage trifft und dadurch der Preis nach unten gedrückt" werde. "Das sind Kohlekraftwerke, die reaktiviert werden, aber das sind eben auch die Atomkraftwerke, die aktuell produzieren können", sagte Grimm.

AKW als Strom-Reserve? Habecks Kernkraftpläne sorgen für Kritik in der Opposition und in den eigenen Reihen. Der Stresstest hat den Streit zwischen den Lagern vergrößert.

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Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte angekündigt, dass wegen der von Russland ausgelösten Energiekrise in Europa von den drei verbliebenen Atomkraftwerken in Deutschland zwei bis Mitte April als Notreserve dienen sollen. Eigentlich war vorgesehen, dass sie zum Jahresende endgültig vom Netz gehen.

Grimm sieht Strompreisbremse kritisch

"Den Strompreis künstlich zu drücken, indem man ihn staatlich deckelt und ihn kompensiert, das ist viel umständlicher", sagt Grimm über die diskutierte Strompreisbremse der Regierung.

Da ist überhaupt nicht gesagt, ob das so gut funktioniert und ob das auch so einfach realisierbar ist. Stromangebot schaffen ist das Gebot der Stunde.
Veronika Grimm, Wirtschaftsweise

Die Versorgung durch Kohlekraftwerke, das habe sich nun herausgestellt, sei gar nicht so einfach, wie ursprünglich gedacht. Deswegen sei es so wichtig, über alle Möglichkeiten nachzudenken.

"Kraftwerke, die klimaschädlich sind oder auf Kernenergie basieren, müssten wir eigentlich länger laufen lassen, um diese Krise unmittelbar zu adressieren", sagt die Wirtschaftsweise Veronika Grimm.

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Der momentane Ausbau erneuerbarer Energien würde nur mittelfristig helfen, da solche Anlagen erst gebaut werden müssten. "Insofern müssen wir in den sauren Apfel beißen und konventionelle Kraftwerke - die entweder klimaschädlich sind oder eben auch auf Kernenergie basieren - länger laufen lassen, um diese Krise unmittelbar zu adressieren", so das Fazit der Wirtschaftsweisen.

Auch FDP fordert langfristigen AKW-Weiterbetrieb

Auch FDP-Fraktionschef Christian Dürr sprach sich für eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke aus. Gegebenenfalls sollten dafür sogar neue Brennstäbe gekauft werden. "Wir brauchen mehr günstigen Strom", sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

Bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten ginge es nicht um Parteipolitik, sondern um die Strompreissenkung und darum, einen "Blackout zu verhindern", so der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr.

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Es gebe explosionsartige Preissteigerungen beim Strom - teilweise eine Verzwanzigfachung. Deswegen wäre es richtig, die drei noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke weiterlaufen zu lassen.

Damit mehr Menge in den Markt kommt. Mehr Menge bedeutet sinkende Preise.
Christian Dürr, FDP-Fraktionschef

Damit bekräftigt Dürr die Forderung seines Parteivorsitzenden Christian Lindner, der gestern eine Laufzeitverlängerung aller drei noch aktiven Atomkraftwerke bis 2024 forderte.

Wie der Stand der Stromversorgung und Gasspeicher ist, ein Überblick in Grafiken:

Foto von Kohle von einem Tagebau vor einem Windrad, darübergelegt ein Liniendiagramm vom Stromanteil von Wind- und Solarkraft.
Grafiken

Daten-Überblick - Vom fossilen zum Ökostrom 

Deutschland will unabhängig werden von fossiler Energie. Wie der Stand der Stromversorgung und Gasspeicher ist und wie der Ausbau des Ökostroms vorangeht, ein Überblick in Grafiken:

von Moritz Zajonz und Kathrin Wolff
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