Verband warnt: Wohnungsnot hält mindestens zehn Jahre an

    Krise auf dem Wohnungsmarkt:Verband warnt: Wohnungsnot hält zehn Jahre an

    22.01.2023 | 09:26
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    Zu wenig Wohnungen, zu hohe Mieten: Die Wohnungsnot werde "noch mindestens zehn Jahre lang dauern", warnt der GdW-Verband. Er fordert Bund und Länder auf, hart gegenzusteuern.

    Neubau von Mehrfamilien Wohnhäusern
    Nach GdW-Prognosen hat die Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 Wohnungen im vergangenen Jahr deutlich verfehlt.
    Quelle: imago

    Der Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat vor einer anhaltenden Krise auf dem Wohnungsmarkt gewarnt. GdW-Präsident Axel Gedaschko sagte der "Bild am Sonntag":

    Es ist nicht möglich, aus dem Stand einfach 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen. Die Wohnungsnot wird daher noch mindestens zehn Jahre lang dauern.

    GdW-Präsident Axel Gedaschko

    Die Bundesregierung tue zu wenig, um ihr eigenes Wohnungsziel zu erreichen.
    Der Deutsche Mieterverbund warnt vor der dramatischen Wohnungsknappheit. Das Bündnis "Soziales Wohnen" fordert ein milliardenschweres Sondervermögen.12.01.2023 | 1:27 min
    Gedaschko forderte Bund, Länder und Kommunen auf, hart gegenzusteuern. Länder und Kommunen sollten alle bebaubaren Grundstücke zur Verfügung stellen und der Bund müsse mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen den Bau fördern.

    GdW: Ziel von 400.000 Wohnungen verfehlt

    Nach GdW-Prognosen hat die Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 Wohnungen im vergangenen Jahr deutlich verfehlt, auch die Zahl der Wohnungsgenehmigungen ist seit Monaten rückläufig.
    Wurden unter der Ampel-Koalition nur 20.000 Sozialwohnungen errichtet? Bei ZDFheute live kritisiert Bundesbauministerin Geywitz die Studie des Bündnisses "Soziales Wohnen".12.01.2023 | 29:39 min

    Bauwirtschaft warnt: "Sozialer Sprengstoff"

    Seither mehren sich die Warnungen aus der Bauwirtschaft. Harald Schaum, Vizevorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, erklärte gegenüber der Zeitung:

    Die Verteilung des knappen Wohnraums wird zu weiterer Verdrängung von armen Menschen aus den Städten führen und droht zum sozialen Sprengstoff zu werden.

    Harald Schaum, Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt

    Schon heute müssten knapp elf Prozent der Haushalte in Deutschland mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben.

    FDP fordert "Bau-Booster"

    Die FDP forderte bereits einen "Bau-Booster" für das Jahr 2023. "Die Konzepte liegen längst auf dem Tisch", so Daniel Föst, wohnungspolitischer Sprecher der Partei.
    Der Mieterbund verlangt hingegen ein Reform bei Sozialwohnungen.
    Quelle: Reuters

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