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Welthandelsorganisation - Okonjo-Iweala wird als erste Frau WTO-Chefin

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Bei der krisengeplagten Welthandelsorganisation steht eine Zeitenwende an: Erstmals in der Geschichte wird eine Frau in das gediegene Direktionsbüro in Genf einziehen.

Ngozi Okonjo-Iweala
Ngozi Okonjo-Iweala sieht Handel als Motor für Wohlstand, Widerstandskraft und nachhaltiges Wachstum.
Quelle: Reuters

Nach dem Ende einer monatelangen US-Blockade ist die nigerianische Entwicklungsökonomin Ngozi Okonjo-Iweala zur neuen Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO) ernannt worden.

Die Entscheidung der 164 Mitgliedsländer fiel am Montag bei einer Online-Sitzung der WTO-Botschafter in Genf einstimmig. Die 66-Jährige tritt ihr Amt am 1. März an.

Okonjo-Iweala erste Frau auf dem WTO-Chef-Posten

Mit Okonjo-Iweala tritt erstmals eine Frau und erstmals eine Vertreterin des afrikanischen Kontinents an die Spitze der 1995 gegründeten Organisation.

Ich möchte die Organisation neu beleben.
Okonjo-Iweala bei der Bewerbung um den Posten

Wobei es ihr nicht nur um eine bessere Frauenpräsenz geht. Die WTO braucht dringend frischen Wind. Sie ist seit Langem durch Grabenkämpfe zwischen Ländern des Südens und des Nordens und durch die Blockadehaltung der US-Regierung unter Donald Trump gelähmt. "Ich bin eine Macherin", versprach Okonjo-Iweala.

Grafik: Ngozi Okonjo-Iweala ist Chefin der Welthandelsorganisation (WTO)
Wer ist die neue WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala? Ein Überblick:
Quelle: ZDF/Reuters

Handel als Motor für Wohlstand

Die WTO will die Liberalisierung des Welthandels unter fairen und nachhaltigen Bedingungen fördern. Okonjo-Iweala sieht Handel nach eigenen Angaben als Motor für Wohlstand, Widerstandskraft und nachhaltiges Wachstum.

Die USA hatten der 66-Jährigen unter Ex-Präsident Donald Trump im Herbst als einziges Land die Zustimmung verweigert. Trumps Nachfolger Joe Biden hob den Widerstand auf.

Okonjo-Iweala mit internationaler Expertise

Okonjo-Iweala hat umfangreiche internationale Erfahrung: Sie war zwei mal Finanzministerin von Nigeria und 25 Jahre lang bei der Weltbank in Washington, wo sie zur Nummer zwei aufstieg. Zuletzt leitete sie den Verwaltungsrat der internationalen Impfinitiative Gavi, die die faire Verteilung der Corona-Impfstoffe weltweit koordinieren soll.

Sie folgt auf Roberto Azevêdo, der im Sommer 2020 vorzeitig zurückgetreten ist. Er wechselte zum US-Getränkehersteller Pepsico.

WTO in ihrer schwersten Krise

Okonjo-Iweala übernimmt die WTO in ihrer schwersten Krise. Seit dem Scheitern der 2001 gestarteten Doha-Runde gab es keine größeren Handelsliberalisierungen mehr.

Eine der größten Errungenschaften der WTO, die Streitschlichtung bei Handelsdisputen, ist gelähmt, weil die USA seit Jahren die Ernennung neuer Berufungsrichter blockieren. Die Berufungsinstanz ist deshalb seit Dezember 2019 handlungsunfähig.

Die Kritik an der Handhabe der Berufungsrichter begann schon unter Präsident Barack Obama. Die USA verlangen Reformen, legten aber wenig konkrete Forderungen vor. Reformbedarf sehen auch andere Länder.

Der Weg für Ngozi Okonjo-Iweala ist frei. Archivbild

Welthandelsorganisation - Weg an WTO-Spitze für Okonjo-Iweala frei 

In der Frage der Besetzung des Chefpostens bei der Welthandelsorganisation WTO ist der Weg frei für Ngozi Okonjo-Iweala. Nun unterstützen auch die USA die Nigerianerin.

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