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Studie zu Kreislaufwirtschaft - Weg vom Plastikmüll: So gelingt die Wende

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Um Klimakrise und Rohstoffmangel entgegenzuwirken, ist oft von Kreislaufwirtschaft die Rede. Wie der Übergang in das System aussehen kann, zeigt der WWF in einer neuen Studie.

Plastikmüll stellt für die Umwelt weiterhin ein großes Problem dar. Einer Studie des WWF zufolge könnten in Deutschland noch deutlich mehr Plastikverpackungen eingespart werden.

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Zu viele Verpackungen, zu viel Müll, zu wenig Recycling. Unsere Wegwerfgesellschaft kann so nicht bleiben, da sind sich alle Experten einig. Stattdessen werden die Rufe nach einer Kreislaufwirtschaft immer lauter. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Es wird nur so viel verbraucht, wie auch recycelt werden kann.

Wie dieser Übergang von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufwirtschaft gelingen kann, das haben der WWF und der Thinktank SYSTEMIQ in einer Studie untersucht. Sie analysiert und quantifiziert die schon heute zur Verfügung stehenden Hebel im deutschen Verpackungssystem und zeigt auf, dass deutlich mehr Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffverpackungen möglich ist.

Ein Mädchen kämpft gegen Verpackungsmüll. Brennender Abfall sorgt für Atemnot. Schrott wird als Traumauto verkauft. Und: bissige Schlangen im Papierkorb.

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"Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen steigt seit Jahren, gleichzeitig werden die Verpackungen immer komplexer und schwieriger zu recyceln", kritisiert Griestop vom WWF Deutschland, die die Studie koordiniert hat.

Verpackung aufreißen und wegwerfen - unser Umgang mit Plastik versinnbildlicht ein sorgloses und verschwenderisches Konsummodell, das mit den planetaren Grenzen nicht vereinbar ist.
Laura Griestop, WWF Deutschland

Zu den Maßnahmen, die den Systemwandel voranbringen sollen, gehören unter anderem Vermeidung und Minimierung unnötiger Verpackungen, Mehrwegkonzepte, ein recyclinggerechteres Design und noch bessere Abfalltrennung, aber auch neue Vorschriften und Marktnormen.

"Weiter so" oder radikale Wende?

Für den Zeithorizont 2040 vergleicht die WWF-Studie drei konkrete Szenarien:

  • weiter wie bisher
  • die Entwicklung unter Berücksichtigung derzeitiger Verpflichtungen aus Politik und Wirtschaft
  • ein Systemwechsel, in dem alle heute verfügbaren Hebel auf Kreislaufwirtschaft für Plastikverpackungen ausgerichtet werden.

40 Prozent weniger Abfall möglich

Die Analyse zeigt, dass Deutschland damit bis 2040 das Gesamtabfallvolumen um 40 Prozent, den Verbrauch von Neuplastik um rund 60 Prozent und die Verbrennung von Abfällen zur Energiegewinnung um über 70 Prozent reduzieren kann.

Bleibt dagegen alles wie bisher, werden die Abfallmengen um 13 Prozent und die mit Energierückgewinnung verbrannten Mengen um 24 Prozent zunehmen - trotz wachsender Recyclingkapazitäten und auch aufgrund zurückgehender Kunststoffexporte.

Die bisherigen politischen Verpflichtungen führen zwar zu einer leichten Reduktion der Emissionen und des Gesamtabfallaufkommens, aber nur um rund fünf Prozent.

In der Hauptverantwortung sehe ich definitiv die Politik und Unternehmen.
Laura Griestop, WWF

"Verpackungen, die zu Müll werden, fallen nicht einfach vom Himmel, sie werden bewusst produziert, und da muss ein Umdenken stattfinden", so Griestop. Es würden beispielsweise immer komplexere und auch immer kleinere Verpackungen produziert, was eigentlich nicht nötig sei.

Auch beim Marketing könnten Firmen mit weniger Materialien an simpleren Designs und weniger bunten Aufdrucken arbeiten, damit eine bessere Recyclingfähigkeit gewährleistet werden kann, so Griestop.

Ressourcen sparen und Anreize setzen

Von der kommenden Bundesregierung fordert der WWF "verbindliche Leitplanken",

  • die ressourcenarme Verpackungen belohnen
  • das Gesamtabfallaufkommen reduzieren
  • die Recyclingfähigkeit von Verpackungen verbessern
  • das Sammeln und Sortieren vorantreiben und
  • Anreize für die Verwendung von Rezyklaten in Verpackungen schaffen.

Und was können Verbraucher tun? Sich mit dem Thema auseinandersetzen und auch offen sein für neue Mehrweg-Modelle, rät Griestop. Und: "Sich immer wieder hinterfragen und Verpackungen auch mal kritisch betrachten:  

Brauche ich diese oder jene Verpackung? Kann ich einen Mehrwegbeutel statt Plastiktüte nutzen?
Laura Griestop, WWF

Nicht nur Kunststoffverpackungen

Die Studie von WWF und SYSTEMIQ befasst sich speziell mit Kunststoffverpackungen, die zu rund 90 Prozent aus Neukunststoff gefertigt werden. Über die Hälfte wird nach Gebrauch verbrannt.

Doch auch wenn die konkreten Zahlen nicht direkt auf andere Sektoren übertragbar sind: "Die Hebel an sich, wie Mehrweg-Modelle oder die Optimierung des Designs, sind durchaus möglich und auch nötig, in anderen Bereichen umzusetzen", zeigt sich die Expertin überzeugt.

Klare politische Leitlinien dringend nötig

Auch Henning Wilts, Kreislaufwirtschafts-Experte vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, sieht die Politik in der Verantwortung: "Man muss die komplizierten Wertschöpfungsketten beachten", mahnt der Volkswirt. "Nur alleine die Folie bei einer Gurke wegzulassen, erfordert einen immensen Aufwand. Ohne den politischen Druck dahinter werden die Unternehmen nicht bereit sein für diese gigantischen Investitionen."

Was gebraucht wird: klare Strukturen und politische Leitlinien, nach denen sich die Wirtschaft richten kann.

Pro Kopf entstehen in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 38 Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik.

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