Sie sind hier:

US-Zinssenkung und Hilfspaket - Börsen: Konjunkturprogramme gehen nach hinten los

Datum:

Zinssenkungen, Konjunkturprogramme und Hilfspakete: Diese Maßnahmen sollten an den Börsen beruhigen. Stattdessen scheinen die Anleger nun aber das Handtuch zu werfen.

Ein New Yorker Mitarbeiter der Börse mit besorgtem Gesichtsausdruck
Mitarbeiter der Finanzmärkte werden unruhig - das US-Konjukturprogramm schickt den Dow-Jones in den Keller.
Quelle: dpa

Die amerikanische Notenbank Fed hatte die Zinsen am Dienstag gleich um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Kurz darauf beschloss der US-Kongress ein Milliarden Dollar schweres Hilfspaket zur Bekämpfung des Coronavirus. Maßnahmen die eigentlich zur Beruhigung an den Börsen beitragen sollten.

Zinssenkung schickt Dow Jones in Sinkflug

Doch statt Zuversicht auszulösen erreichte man damit an den Börsen das genaue Gegenteil. Zuerst ging der Dow Jones in die Knie, danach erlebten die Börsen in Asien den Ausverkauf und schließlich waren die europäischen Börsen dran, inklusive deutschem Leitindex Dax.

Grund waren unter anderem die oben angesprochenen Maßnahmen. Sie verdeutlichen den Anlegern offenbar, dass die Lage noch ernster ist als gedacht und die Welt in eine Rezession abrutschen könnte.

Reisemarkt schrumpft

Neben diesen psychologischen Faktoren gibt es aber auch handfeste Gründe, die für die neuerliche Abwärtsspirale an den Märkten mitverantwortlich sind. Beispielsweise gibt es erneut beunruhigende Meldungen aus der Tourismusbranche. Das Beratungsunternehmen "Tourism Economics" erwartet, dass der Reisemarkt in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen wird. Das wäre der erste Rückgang seit der Finanzkrise.

Ein alarmierendes Signal, denn immerhin macht die Reisebranche rund zehn Prozent der jährlichen Weltwirtschaftsleistung aus. Für Unternehmen wie die Lufthansa, die ja sowieso schon einen Großteil ihrer Flotte am Boden lässt, eine überaus schlechte Nachricht. Abzulesen am Aktienkurs: Innerhalb von nur zwei Wochen verloren die Papiere der Lufthansa fast ein Drittel ihres Wertes.

Banken zahlen Negativzinsen

Nicht genug der schlechten Nachrichten: Ein Hauch von Lehman-Krise weht durch die Luft, denn auch Bankaktien sind dieser Tage stark von Verlusten betroffen. Viele Unternehmen benötigen in diesen schwierigen Zeiten Überbrückungskredite und man fürchtet nun, dass einige dieser Kredite ausfallen könnten.

Außerdem müssen Banken bereits jetzt Negativzinsen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zahlen. Man glaubt aber, dass die EZB am Donnerstag bei ihrer Sitzung diese nochmals erhöhen wird. Der europäische Branchen-Index für Banken fiel heute auf ein Elf-Jahres-Tief.

Im Zuge all dessen sind die sogenannten "sicheren Häfen" wieder sehr gefragt. Bundesanleihen beispielsweise und natürlich die Krisenwährung überhaupt: Gold. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Aktienmärkte im Krisenmodus sind. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Schüsse von Politik und Notenbanken besser sitzen, um Zuversicht auszulösen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.