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Service: "Vermehrt Kurzarbeitergeld"

Katharina Heinschke, Fachanwältin für Arbeitsrecht, beantwortet drängende Fragen rund um unser Arbeitsleben in der Corona-Krise.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.03.2021

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Mails. Uns haben mehr als 700 Fragen zum Thema Arbeitsrecht in Zeiten von Corona erreicht. Das zeigt uns, dass wir mit dem Thema richtig liegen. Leider konnten wir während der Sendung nur einen Bruchteil der Fragen klären und leider können wir jetzt auch nicht auf jede Mail individuell eingehen. Aber wir haben uns alle Zuschriften durchgelesen und haben nun zusammen mit der Rechtsexpertin Katharina Heinschke diesen Text verfasst - in der Hoffnung, dass damit die meisten Fragen beantwortet werden können. 

Kurzarbeit

Betriebe, die Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Wenn sich Betriebe für die Einführung von Kurzarbeit entscheiden, sollte die Anzeige in jedem Fall noch im März 2020 erfolgen. In diesem Fall kann rückwirkend auch der Arbeitsausfall im gesamten März berücksichtigt und für den gesamten März Kurzarbeitergeld beantragt werden.  

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergelds vorliegen, prüft die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Kurzarbeitergeld kann für eine Dauer von bis zu zwölf Monaten bewilligt werden. Es wird in derselben Höhe wie Arbeitslosengeld I gezahlt und beträgt 67 (Arbeitnehmer mit mind. einem Kind) bzw. 60 Prozent (Arbeitnehmern ohne Kinder) der Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt, das ohne Arbeitsausfall gezahlt worden wäre, und dem pauschaliertem Nettoentgelt aus dem tatsächlich erhaltenen Arbeitsentgelt.

Nähere Informationen zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes sind auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit unter folgendem Link zu finden:

www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

 Und hier sind alle Fakten zum Thema Kurzarbeitergeld gut zusammengefasst: 

 Minijobs 

Bei Minijobbern, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus von ihren Arbeitgebern unter Fortzahlung der bisherigen Vergütung von der Arbeit freigestellt werden, bleibt das sozialversicherungsrechtliche Beschäftigungsverhältnis bestehen. Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung bleibt unverändert, so dass vom Arbeitgeber auch keine Meldungen zur Sozialversicherung zu erstellen sind.

Dies gilt auch in Fällen, in denen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) greift, wie zum Beispiel bei der behördlichen Quarantäneanordnung des Minijobbers. Hier bleibt das Arbeitsverhältnis ebenfalls unverändert bestehen und das Arbeitsentgelt wird weiterhin vom Arbeitgeber für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen ausgezahlt. Dieser kann sich die Kosten aber von der zuständigen Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes erstatten lassen.

 Für Eltern

Ist bei der Schließung der Kita/Schule unter Berücksichtigung des Alters der Kinder eine Betreuung erforderlich, so müssen die Eltern zunächst alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um die Kinderbetreuung anderweitig sicherzustellen (z. B. Betreuung des Kindes durch anderes Elternteil). 

 Berufstätigen Eltern, die wegen geschlossener Kitas und Schulen nicht zur Arbeit gehen können, sollen nach dem aktuellen Referentenentwurf der Bundesregierung, der diese Woche im Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden soll, 67 Prozent ihres Nettoeinkommens gesichert werden. Dieser Betrag entspricht dem Kurzarbeitergeld, wird für bis zu sechs Wochen gewährt und ist auf einen monatlichen Höchstbetrag von 2.016 Euro begrenzt. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

 Außerdem empfehlen wir diese Links zum Weiterlesen: 

Hier finden Sie die Anlaufstellen der Arbeitsagenturen, die aktuell nur online erreichbar sind. Auch werden hier Fragen für Geringverdiener beantwortet:

 

Herzliche Grüße vom Moma-Team

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