Buchtipp

Peter Twiehaus hat schon die Neuerscheinungen des Herbstes durchstöbert, und dabei drei wirklich lesenswerte Bücher gefunden.

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Rowohlt. Hardcover, 720 Seiten. Preis: 19,95 €

David Mitchell: Die tausend Herbste des Jacob de Zoet

David Mitchell ist als Autor von "Der Wolkenatlas" weltberühmt geworden. Der Film dazu von Tom Tykwer startet am 15.11. in den Kinos. In seinem neuen Schmöker entfaltet der Brite auf rund 700 Seiten ein phantastisches Epos über Jacob de Zoet, einen holländischen Buchhalter, der 1799 nach Japan kommt. Dort leben die Holländer isoliert auf einer künstlichen Insel vor Nagasaki - dem einzigen Tor zum Westen im hermetisch abgeriegelten Reich des Shogun. Die Kommunikation läuft nur über Dolmetscher. Jacob soll herausfinden, wer in den riesigen Speichern Waren unterschlägt. Schon bald merkt er, dass sein Chef andere Ziele verfolgt - und ihn nur benutzt. Zudem lernt er eine Japanerin kennen und verliebt sich. Aber die Angebetete wird in ein eigenartiges Kloster verschleppt...

Die Tausend Herbste des Jacob de Zoet ist ein historischer Roman, wie man ihn sich nur wünschen kann. Sprachlich meisterhaft, klug konstruiert, ein Sittengemälde, der sehr eindrucksvoll das uralte Japan wiederauferstehen lässt.

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Rowohlt Berlin.Hardcover, 384 Seiten. Preis: 19,95 €

Horst Evers: Der König von Berlin

Horst Evers ist nicht nur ein begnadeter Kabarettist, sondern auch ein guter Autor. Jetzt legt er seinen ersten Krimi vor. Berlin wird seit dem mysteriösen Tod des Kammerjägerkönigs von einer Rattenplage heimgesucht, die mit jedem Tag schlimmer wird. Zur selben Zeit wird in einem Kreuzberger Hinterhof die halbverweste Leiche entdeckt, ein steinreicher Ghostwriter.

Auf den Fall wird Hauptkommissar Carsten Lanner gesetzt, der in seiner Behörde als "Dorfsheriff" schikaniert wird. Bald findet Lanner - auch dank der Hilfe seiner taffen Kollegin Monika - heraus, dass hinter der Rattenplage ein ominöser Plan steckt - entworfen vom toten Kammerjägerkönig...

Der König von Berlin ist komisch, aber vor allem richtig spannend und zudem eine gelungene Satire auf Berliner Filz und Vetternwirtschaft. Klasse!

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Hanser Verlag. Fester Einband, Preis: 17.90 €

Michael Frayn: Willkommen auf Skios

Mit dieser Verwechslungskomödie werden Sie Ihre helle Freude haben. Ich habe ich durchweg geschmunzelt - und oft schallend gelacht. Auf der Ferieninsel Skios warten die Gäste einer reichen Stiftung auf Dr. Wilfred, den Gastredner des wichtigsten Events des Jahres. Die sympathische (und allein stehende) Nikki soll ihn am Flughafen abholen und lächelt leider den gutaussehenden Hochstapler Oliver an, der die Gelegenheit beim Schopfe packt und sich als Dr. Wilfred ausgibt. Von nun an setzt er sein ganzes Bestreben daran die Fassade zu wahren und Nikki zu verführen. Doch was passiert mit dem echten Wissenschaftler? Der landet am Ende der Insel - mit einer fremden Frau im Bett.

Eine saukomische Felix-Krull-Geschichte und philosophisch angehauchte Satire über Schein und Sein und darüber wie gerne wir alle an der Nase herumgeführt werden.

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