Der Buchtipp von Peter Twiehaus

Wer Weihnachten noch passende Geschenketipps braucht, sollte sich diese Buchempfehlungen nicht entgehen lassen.

Nick Hornby: Miss Blackpool

Musik und Fußball – kaum einer schreibt darüber so pointiert und witzig wie Nick Hornby. Doch nichts davon in Miss Blackpool – dafür ein Ausflug ins England der 60er.

Nichts wünscht sich Barbara mehr, als aus dem tristen Blackpool herauszukommen.

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Gebunden. 432 Seiten. Kiepenheuer&Witsch. Preis: 19,99.

Deswegen nimmt sie an einer Miss-Wahl teil, schließlich ist auch die Loren so berühmt geworden – obwohl sie nur Zweite wurde. Barbara hätte gerne mal ein Foto gesehen von dem Mädchen, das Sophia Loren ausgestochen hatte. Kurz darauf ist sie Miss Blackpool.

Statt stolz auf ihr Krönchen zu sein, flieht Barbara nach London. Ihr Traum: als Komikerin berühmt werden. Sie hat Glück und trifft ein angesagtes Autoren-Duo. Bald ist Barbara der Star einer erfolgreichen Serie.

Nick Hornby ist ein Meister der Dialoge und Miss Blackpool ein amüsanter Blick auf die TV-Steinzeit, als es noch Straßenfeger und Sendeschluss gab.

Kristina Ohlsson: Himmelsschlüssel

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Gebunden. 480 Seiten. Limes Verlag. Preis: 19,99 Euro.

Eine oder viele Leichen und ein verschrobener Kommissar – das ist die Zutat für fast jeden Krimi. Nicht so bei der Schwedin Kristina Ohlsson und Himmelschlüssel – da beginnt das Verbrechen hoch oben in der Luft.

In einer Maschine nach New York wird eine Bombendrohung gefunden. Eine Forderung: Schweden darf den Algerier Zakaria nicht abschieben.
Am Boden wird sofort eine Task Force gebildet, darin Alex von der Stockholmer Polizei und Fredrika vom Justizministerium. Das Team hat nur 12 Stunden Zeit, um die Katastrophe zu verhindern. Unter Hochdruck erforscht Fredrika Zakarias Umfeld. Je mehr sie erfährt, desto deutlicher hat sie das Gefühl:

Wir haben etwas übersehen. Irgendetwas, was verdammt wichtig ist.
Kristina Ohlsson war Terrorismusexpertin bei der OSZE. Sehr glaubwürdig beschreibt sie das schwierige Zusammenspiel von Geheimdienst und Polizei. Zudem weiß man nie genau, wem man wirklich trauen kann.

Himmelschlüssel ist ein erstklassiger Thriller. So dicht geschrieben, dass man das Gefühl hat, live beim Geschehen dabei zu sein.

Tom Perrotta: Die Verlassenen

The Leftovers heißt eine erfolgreiche US-Serie. Nun ist in Deutschland der Roman dazu erschienen.

Die Verlassenen von Tom Perrotta hat eine eigenwillige Grund-Idee. An einem Tag verschwinden Millionen Menschen auf der ganzen Welt, einfach so, keiner weiß warum.

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Gebunden. 448 Seiten. Heyne Verlag. Preis 19,99 Euro.

Drei Jahre später in einer amerikanischen Kleinstadt. Kevin versucht verzweifelt einen normalen Alltag zu leben, aber seine Frau hat ihn verlassen und sich einer Sekte angeschlossen. Auch Tochter Jill entgleitet ihm, will im Partyleben jenen Tag vergessen, als ihre Freundin verschwand.
Die Verlassenen ist keine Verschwörungsphantasie, sondern ein eindringlicher Gesellschaftsroman, der sich an eine große Frage traut: wie geht man mit Trauer um?

Zum Schluss eine fotografische Perle: Vivian Maier. Zeit ihres Lebens hat das Kindermädchen mit der Kamera wie besessen fotografiert, ihre Bilder aber nie gezeigt. Erst jetzt entdeckt die Nachwelt ihren Blick auf New York und Chicago der 50er und 60er Jahre, zum Beispiel mit diesem prachtvollen Bildband.


Fröhliche Weihnachten – und: Viel Spaß beim Schmökern!

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