Buchtipps von Peter Twiehaus

Spannung für die besinnlichen Tage

Was passt besser unter den Weihnachtsbaum als ein paar packende Bücher? Peter Twiehaus hat drei besonders kurzweilige Krimis für die besinnlichen Stunden gefunden. Drei Schmöcker, die es in sich haben!




Der Metzger holt den Teufel" ist der vierte Fall für Willibald Adrian Metzger - der ist beileibe kein Fleischermeister, sondern ein Restaurator namens Metzger. Der Metzger liebt seinen Beruf, aber jetzt ist er nur genervt: Zu Hause hat sich sein bester Freund eingenistet, und dann wird ihm das Sakko geklaut. Tags drauf liegt das gute Stück vor der Tür - mit seinen Schlüsseln.

Da war wer am Klo. Ich mach doch immer die Schlafzimmer und Klotür zu, warum stehen beide offen? Beim Willibald hat sich da eine Zwangsneurose eingeschlichen, Schlaf- und Ausscheidungsbereiche gehören getrennt, aus Prinzip. Bald überschlagen sich die Ereignisse: eine Orchester-Dame wird ermordet, schon wieder sucht ein Skateboard-Junge seine Nähe und wer ist die Granatenfrau, die behauptet, seine Halbschwester zu sein?

Ein Krimi voll österreichischem Schmäh, schrägen Figuren und deftigem Lokalkolorit. Wunderbar zu lesen und spannend dazu.



Der zweite Roman "Fegefeuer" spielt in einem Dorf in Estland. Dort lebt die alte Aliide. Eines Tages entdeckt sie im Garten die völlig verstörte Zara. Aliide ist misstrauisch, dennoch nimmt sie die junge Frau mit ins Haus. Da spricht Zara das erste Mal.

Obwohl das Mädchen mit seinem schmutzigen Fleisch ins Hier und Heute gehörte, waren seine Sätze steif und kamen aus der Welt mürbe gewordener Papiere und schimmlig, von Fotos entleerter Alben. Zara ist auf der Flucht vor ihren Zuhältern. Sie hat Schutz bei Aliide gesucht, weil sie glaubt, dass die Estin die Schwester ihrer Großmutter ist.

"Fegefeuer" erzählt von der russischen Besatzung Estlands und dem Menschenhandel heutiger Tage. Spannend und sprachgewaltig - ein Meisterwerk.






Thomas Pynchon - das Phantom der Literatur, kaum einer weiß wie er aussieht, und doch wird er immer wieder für den Nobelpreis gehandelt. Sein neues Werk heißt: "Natürliche Mängel".

Los Angeles, 1970. Hippie-Detektiv Doc spioniert einen Immobilienhai aus. Auf dessen Baustelle sieht er plötzlich nur noch Sterne. Als er aufwacht, schnauzt ihn ein vertrautes Polizistengesicht an. "Glückwunsch. Diesmal bist du in etwas reingeschlittert, das so tief ist, dass du deinen Hippie-Arsch nicht mehr raushalluzinieren kannst." Der Baulöwe ist nämlich verschwunden, sein Bodyguard ermordet. "Natürliche Mängel" feiert die ausgehende Hippie-Ära, ist irrwitziger Krimi und berauschendes Sittengemälde und der zugänglichste Roman des Altmeisters.

Ein psychedelischer Trip durch das LA der 70er, ein eindrucksvolles Epos über das Schicksal zweier Frauen und ein Restaurator auf der Suche nach einem Serientäter.

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