Buchtipps von Peter Twiehaus

Vor der Buchmesse in Leipzig

Sie naht, die Buchmesse 2011 in Leipzig. Und auf dem Weg dahin hat Peter Twiehaus schon mal einige Bestseller auf's Korn genommen. Die bieten sicheres Geleit vom Leben bis zum Tode.




Mit "Chemie des Todes" katapultierte sich der Brite Simon Beckett in den Bestseller-Olymp. Drei Romane um den forensischen Anthropologen David Hunter sind bisher erschienen, nun kommt der vierte Fall: "Verwesung". Er ist anders als die anderen, das "In-Leichen-lesen" ist weniger wichtig, die Geschichte nicht ganz so spannend und düster wie die Vorgänger. Dafür erfährt man mehr über den Charakter David Hunter - ein Wunsch, den viele Fans der Reihe geäußert haben.

Verwesung beginnt mit einem Zeitsprung und einer fürchterlichen Mordserie. Drei junge Mädchen sind ermordet worden. Der Täter ist gefasst. Doch wo die Leichen verscharrt sind, daran kann oder will sich Jerome Monk nicht erinnern. Dr. Hunter soll mit einer Kollegin im Moor die Grabstätten finden - erfolglos. Acht Jahre später bricht Monk aus dem Gefängnis aus und macht Jagd auf alle, die bei der missglückten Mission dabei waren.

Simon Beckett hat einen Forensiker berühmt gemacht: David Hunter. Der kann sozusagen in alten Leichen lesen und so Todesumstand und Täter ermitteln. Sein vierter Fall heißt passenderweise "Verwesung".




Wer in Ägypten wissen will, was die Menschen denken, der liest keine Zeitung, der nimmt ein Taxi. Eine Viertel Million Fahrer gibt es: Habenichtse, Lebenskünstler, Familienväter.

Der Politologe und Journalist Chalid al-Chamissi erzählt in 58 fiktiven und prägnanten Episoden von der Zeit vor Mubaraks Sturz. So schildert ein Fahrer die Behördengänge, um seine Taxi-Lizenz zu verlängern: Eine tagelange Odyssee gezeichnet von Willkür, Schmiergeld, Demütigung. Es geht um gefälschte Wahlen, dem Kampf ums Überleben und die alles lähmende Korruption. Das Volk reagiert mit Zynismus, Resignation, Frust: "Wir leben in einer einzigen Lüge und glauben daran".

Wie Mosaiksteine setzt sich aus den Geschichten ein durchkomponiertes und bitteres Bild der ägyptischen Gesellschaft zusammen. In Ägypten war "Im Taxi" ein Überraschungserfolg.






Astrid Rosenfeld kommt vom Film: sie war Regieassistentin und Casting-Direktorin (Muxmäuschenstill, Knallhart). Adams Erbe ist ihr Debüt. Spannend, gut geschrieben, mit Humor, schrägen Figuren und einer gut komponierten Geschichte.

Edward wächst in einer unkonventionellen Familie auf. Sein Stiefvater ist Elvis-Imitator und Lebenskünstler, der felsenfest davon überzeugt ist, dass "niemand anderes als die elenden Sizilianer Jesus ans Kreuz geschlagen haben". Von seiner Oma hört Edward immer: Du siehst aus wie Großonkel Adam, deswegen wird es mit dir ein schlimmes Ende nehmen. Mehr sagt sie nicht. Als sie stirbt, findet er Adams Aufzeichnungen, die ihn zurückführen in das Warschauer Ghetto und zu einer großen Liebe.

Adams Erbe erzählt von Familienbande und Aufbruch. Eine Tragikkomödie, die vor hintergründigem Humor und Fabulierlust nur so strotzt!

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