Löws Luxusprobleme

Confed Cup: Stindl, Werner, Süle und Goretzka die größten Gewinner

Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin - Löws Luxusprobleme

Wohl dem, der als Nationaltrainer aus einem solchen Fundus exzellenter Fußballer schöpfen kann wie Joachim Löw. Mit dem Gewinn von Confed-Cup und U21-EM einer deutschen Nationalmannschaft steht der Bundestrainer vor einem besonderen Personalpuzzle für …

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1 min
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Video verfügbar bis 31.01.2018, 05:30

Binnen eines Wochenendes ist dem deutschen Fußball erst im polnischen Krakau, dann im russischen St. Petersburg ein Ausrufezeichen gelungen. Weder der Nachwuchs unter Führung des erstaunlich selbstbewussten Trainernovizen Stefan Kuntz noch die A-Elf unter Leitung des betont gelassenen Weltmeistertrainers Löw waren in bester Besetzung angereist - und beide heimsten gegen Spanien (U21) und Chile (A-Team) mit hart erkämpften 1:0-Siegen den Titel ein.

DFB-Präsident verlangt den WM-Titel

Wenn schon die zweite und dritte Garde gut genug ist, solche Turniere zu prägen, was passiert erst, wenn die Weltmeister Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng, Sami Khedira, Toni Kroos, Mesut Özil oder Thomas Müller zurückkehren? Die Mission Titelverteidigung, von Löw ohnehin als Ziel für 2018 formuliert, wird nun von höchster Stelle aus dem Verband befeuert.

"Jetzt geht es darum, alle Abergläubigen zu widerlegen. Denn wir wollen wieder Weltmeister werden", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel und begründete: Löw habe "die große Chance, mit einer Mischung aus Erfahrung und junger Dynamik einen ganz starken Kader zusammenzustellen."

Für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ist es gar eine "halbe Hundertschaft", die der oberste Fußballlehrer im Lande zur WM 2018 nach Russland schicken könnte.

Druck perlt am Bundestrainer ab

Selten schien ein Personalpuzzle kniffliger, aber Druck verspürt Löw durch die gestiegene Erwartungshaltung für den nächsten Sommer angeblich keinen. "Deutschland gehört doch immer zu den Favoriten, ganz egal, zu welchen Turnieren wir gehen. Der Confed-Cup-Sieg und die U21-EM sind ja keine Garantien, um Weltmeister zu werden", sagte der 57-Jährige am Sonntag.

Beide Turniere gäben "viel Selbstbewusstsein, aber für diese Spieler fängt die Arbeit jetzt erst an". Löw rollt den Ball lieber zu den Akteuren, denen er als Messlatte dauerhaftes Weltklasseniveau ans Herz legt: „Das ist eine andere Herausforderung.“

Starke Typen

Die Perspektiven sind prächtig: Weder Löw noch Kuntz konnten ja wissen, wie gut ihre Kompromisslösung auch in den gruppendynamischen Prozessen funktionieren würde. Selten war das Reservoir lernfähiger Talente, willens- und charakterstark, größer.

Die exzellente Basisarbeit produziert nicht nur gut ausgebildete Kicker, sondern lässt offenbar genügend Platz für die Entfaltung individueller Qualitäten, die beispielsweise Serge Gnabry, Max Meyer oder Mitchell Weiser und nicht zuletzt Torwart Julian Pollersbeck in der U21 gezeigt haben.

Gewinner Goretzka, Werner, Stindl und Süle

Dass der für dieses Team eigentlich als Anführer vorgesehene Leon Goretzka statt dessen sich zu einem der besten Spieler beim Confed-Cup aufschwang, kann Löw im Hinblick auf 2018 gar nicht unberücksichtigt lassen. Der 22-jährige Schalker verkörpert eine Mischung aus Khedira, Kroos und Özil - ihn bei anhaltender Entwicklung nicht zu nominieren, wäre fahrlässig. Aber auch Tempostürmer Timo Werner, Offensivallrounder Lars Stindl und Verteidigertalent Niklas Süle haben beim anfangs belächelten Vergleich der Konföderationen viele Pluspunkte gesammelt.

"Jeder Spieler, der hier war, hat eine bessere Position als vorher", sagte Löw nach dem Finale im ZDF-Interview. Speziell im Angriff, als es bei der EM 2016 zum Halbfinale gegen Frankreich nach dem Ausfall von Mario Gomez keine Alternative mehr gab, sind Werners Geschwindigkeit und Stindls Vielseitigkeit eine Option, der sich Löw nicht mehr berauben sollte.

Abschreckendes Beispiel Spanien

Viel spricht dafür, dass es Confed-Cup-Torschützenkönig Werner und Bayern-Neuzugang Süle, beide erst 21, dauerhaft in den Löw-Stamm schaffen.

Als abschreckendes Beispiel gilt für den Badener ja bis heute der spanische Kollege Vicente del Bosque, der in seiner Verehrung für die Xavi-Iniesta-Generation nach WM-Gewinn 2010 und EM-Triumph 2012 versäumte, für die WM 2014 in Brasilien die Verjüngung einzuleiten.

Schwammige Garantien

Mesut Özil
Mesut Özil Quelle: reuters

Wer von den Weltmeister muss denn nun zittern? Zuvorderst dürften Spieler wie Benedikt Höwedes, André Schürrle und je nach Gesundheitszustand auch Mario Götze wissen, dass keine Freifahrtscheine ausgestellt werden. Selbst bei Pechvogel Marco Reus muss nicht nur gesundheitlich alles passen.

Aber auch die Stammplatzgarantien für Topstars scheinen ein Jahr vor der WM 2018 aufgehoben. In den Wunschformationen, die die ZDF-Experten Sebastian Kehl und Holger Stanislawski nominierten, war nicht mal mehr Platz für Spielmacher Özil, auf den Löw in wichtigen Spielen seit 2010 nie mehr verzichtet hat.

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