Der "Goldfisch von Vettersfelde"

Ein skythischer Goldschatz in Berlin

Vor 120 Jahren wurde nahe der Lausitzer Neiße ein skythischer Goldschatz entdeckt, 2500 Jahre alt, ein in Europa einzigartiger Fund. Heute ist der "Goldfisch von Vettersfelde" Bestandteil der Antikensammlung im Alten Museum in Berlin.

In einem Acker in Vettersfelde, im heutigen Polen, tauchten beim Pflügen 1882 ein kunstvoll geformter Fisch aus Goldblech und andere Goldteile auf. Der fündige Bauer brachte den kostbaren Fund zu seinem Grundherrn, dem Prinzen Heinrich zu Schönaich-Carolath. Der kunstverständige Landesherr vermittelte den Verkauf des kostbaren Fundes an die Königlichen Museen in Berlin.

Skythische Schildzier

Der gesamte Fund bestand aus dem Anhänger einer geflochtenen Kette, einem massiven Halsreif, einer Schwertscheide mit Tiermustern und einem Fisch, der 41 Zentimeter lang und 608 Gramm schwer ist. Die Funde gehörten zu einer skythischen Rüstung, die um 500 v. Chr. datiert wurde. Andere kleinere Objekte des Fundes wurden verkauft und eingeschmolzen.

Der goldene Fisch, der wohl einst ein Schild zierte, ist mit Tierkampfmotiven dekoriert wie einem Panther der einen Eber reißt, oder einem Löwen, der einen Hirsch jagt, und eindeutig eine griechische Arbeit. Nach der Untersuchung war man sich schnell einig: Die aufwändig gearbeiteten Tiermotive sind skythisch - der Fisch und die anderen Goldstücke aus dem Feld waren offensichtlich Teile einer Rüstung.Doch wie kam einst der mysteriöse Goldschatz in die Vettersfelder Erde - mehr als 1500 Kilometer vom damaligen Siedlungsgebiet der Skythen entfernt? Das ist ein Jahrhunderte altes Rätsel. Beschädigungen am Fisch geben Hinweise. Denn neue Forschungen deuten den Acker als Opferplatz. Andere vermuten einen einmaligen Einfall der Skythen im Süden Brandenburgs. Nur eines ist unumstritten: Der Goldfisch von Vettersfelde ist ein in Europa einzigartiger Fund.

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