DFB-Pokal: Leverkusen und HSV im Fokus

Roger Schmidt

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Volle Lotte im DFB-Pokal: Die Sportfreunde Lotte treffen in der 2. Runde auf Bundesligist Bayer 04 Leverkusen - und sind hochmotiviert.

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Der Pokal als Chance zur Krisentherapie: In Hamburg hoffen der schwer angeschlagene HSV und der FC St. Pauli auf ein so selten gewordenes Erfolgserlebnis. Auch Leverkusen muss als klarer Favorit liefern. Bayer muss allerdings auf seinen Coach verzichten.

Heilsame Therapie oder schmerzhafter Tiefschlag? Einzug ins Achtelfinale oder die nächste Eskalationsstufe? Im DFB-Pokal erhalten die Krisenklubs des deutschen Fußballs die Chance, zumindest für einige Stunden die großen Sorgen ein Stück weit zu verdrängen.

HSV-Aufsichtsrat poltert

Insbesondere der schwer wankende Hamburger SV und Bayer Leverkusen nach der Pöbel-Affäre um Trainer Roger Schmidt müssen gegen zwei Drittligisten ohne Wenn und Aber siegen - sonst droht die Situation noch einmal deutlich an Explosivität zu gewinnen.

"So eine sportliche Krise gab es in der Bundesliga-Geschichte des HSV noch nie", sagte Aufsichtsrats-Chef Karl Gernandt vom HSV der "Bild"-Zeitung nach dem 0:3 gegen Eintracht Frankfurt und richtete vor dem Auftritt beim Halleschen FC am Dienstag (20.45 Uhr) eine unmissverständliche Botschaft an seine Profis: "Ich erwarte eine Reaktion, unsere Spieler müssen deutliche Zeichen setzen."

Schmidt für zwei Spiele gesperrt

Moderater geht es noch in Leverkusen nach dem nächsten Rückschlag gegen 1899 Hoffenheim (0:3) und dem erneuten Fehltritt von Trainer Schmidt zu.  Sportdirektor Rudi Völler versuchte die Pöbeleien seines wichtigsten Angestellten kleinzureden. Schmidt hatte im Spiel gegen Hoffenheims Trainer Julian Nagelmann als "Spinner" bezeichnet und ihm "Halt doch einfach die Schnauze!" zugerufen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrte den Bayer-Coach für zwei Spiele.

Der bisherige Platz elf in der Liga und die negative Außendarstellung können Völler nicht schmecken. Schmidt muss Argumente für seine Arbeit liefern - und zwar möglichst rasch.

Der Einzug ins Achtelfinale im Duell bei den Sportfreunden Lotte am Dienstag (18.30 Uhr) ist fest eingeplant, eine Pleite würde die Position des für das Spiel gesperrten Chefcoaches schwächen. "Wir haben noch keine Konstanz nachgewiesen", sagte Schmidt vor der Partie: "Wir wissen aber auch, wie wir aus schwierigen Situationen wieder herauskommen."

Kriselnde Zweitligisten

Auch drei Kellerkinder der zweiten Liga lechzen nach Linderung der sportlichen Sorgen. Während Arminia Bielfeld, das bei Dynamo Dresden (18.30 Uhr) antritt, bereits mit der Entlassung von Chefcoach Rüdiger Rehm die "Notbremse" gezogen hat, ist bei 1860 München Kosta Runjaic noch im Amt.

Doch angesichts von Tabellenplatz 15 und der größtenteils schwachen Leistungen könnte der Pokal-Auftritt schon die letzte Chance für Runjaic sein. Die Partie beim Liga-Konkurrenten Würzburger Kickers wird zeitgleich zum Duell der Arminia angepfiffen.

"Kämpfen, bis der Arzt kommt"

Im Anschluss daran (20.45 Uhr) tritt der FC St. Pauli gegen den Bundesliga-Überraschungsklub Hertha BSC an - und scheint dabei auf dem Papier chancenlos. Nach nur fünf Punkten aus zehn Spielen leuchtet die Rote Laterne des Bundesliga-Unterhauses weiter auf dem Kiez. Sportdirektor Thomas Meggle sieht sich allerdings trotz der erschreckenden Bilanz von fünf Punkten aus zehn Saisonspielen noch nicht zum Handeln gezwungen und steht zu Trainer Ewald Lienen.


Der 62-Jährige fordert von seinem verunsicherten Team einen leidenschaftlichen Auftritt gegen den klaren Favoriten aus der Hauptstadt und redete sich bei der Pressekonferenz so richtig in Rage. "Wir müssen kämpfen, bis der Arzt kommt", sagte Lienen und forderte von der Mannschaft, die eigenen Fehler auszubügeln: "Wir müssen kollektiv alles geben - läuferisch und kämpferisch." Und damit einen ersten Schritt aus der Krise machen.

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