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moma duell: Olympia in der Pandemie

Fechter Max Hartung versus Virologe Martin Stürmer

Fechter und Athletensprecher Max Hartung würde eine Olympia-Absage "sehr treffen", auch wenn noch viele Fragen offen sind. Virologe Martin Stürmer ist erneut für eine Verschiebung.

7 min
7 min
01.06.2021
01.06.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.06.2022

Max Hartung würde eine Olympia-Absage "ganz schön umhauen", sagte der Fechter im ZDF-Morgenmagazin. Der Vorsitzende der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund hatte im vergangenen Jahr vor der offiziellen Verschiebung der Spiele aufgrund der Corona-Pandemie seine Teilnahme abgesagt. Dieses Jahr allerdings "ist die Situation für mich anders, weil ich nun einen Impfschutz habe und die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemanden vor Ort anstecke oder die Krankheit mit nach Hause bringe, deutlich verringert ist."

Dennoch nehme er die Bedenken vieler gegenüber der Spiele in Pandemiezeiten sehr ernst. "Und ich kann die Sorgen der japanischen Bevölkerung nachvollziehen", so Hartung. Es sei keine leichte Situation. "Für uns ist es schwer, sich aufs Training zu konzentrieren und gleichzeitig die Corona-Nachrichten aus Japan und der Welt zu verfolgen."

Olympiateilnahme auf eigene Gefahr

Die Athleten treten die Reise nach Japan wie alle Beteiligten der Sommerspiele auf eigenes Risiko an, wie es im erstmals im April veröffentlichten Handbuch der Olympia-Organisatoren heißt. Athleten Deutschland hatte Ende März in einem Positionspapier davon abgeraten, "Erklärungen zu unterschreiben, mit denen sie die Veranstalter*innen von jeglicher Haftung im Krankheits- oder Todesfall befreien".

Diese Einverständniserklärung hat Hartung noch nicht unterschrieben. Das komme aber bald auf ihn zu, sagte er. Er erklärt das Dilemma für die Sportler so: Am Ende hätten die Athletinnen und Athleten wahrscheinlich nur die Wahl, entweder hinzufahren und zu unterschreiben oder es sein zu lassen.

Und das ist eine schwierige Situation, weil es nie eine wirkliche Freiwilligkeit gibt.
Max Hartung

Virologe rät zu erneuter Verschiebung

Der Virologe Martin Stürmer hält das Festhalten an den Olympischen Spielen in Japan für keine gute Idee. "Ich kann die Athleten sehr gut verstehen, ich kann den Zwiespalt verstehen, aber ich würde wirklich zur Verschiebung raten", so Stürmer im ZDF-"Morgenmagazin".

Das weltweite Infektionsgeschehen sei "sehr unkontrollierbar" und auch die Hygienekonzepte seien nur schwer durchzusetzen. Die Sportarten finden mal im Freien, mal in der Halle, mal im engen Kontakt statt, wie Stürmer bemerkte. "Das ist so divers. Da wird es extrem schwierig, da ein einheitliches Konzept zu machen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das funktionieren soll", so der Wissenschaftler.

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