Schlösser in Deutschland

Ruinen, Museen und Nobelherbergen

Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch das der Schlösser und Burgen. Schätzungsweise 20.000 soll es insgesamt geben. Teilweise Ruinen, oft Museen, aber auch topsanierte Nobelherbergen – Schlösser werden vielfältig genutzt und haben oft mehr im Angebot als die Kulisse für eine Traumhochzeit. Sie dienen heute nur noch in Ausnahmefällen adeligen oder einfach sagenhaft reichen Menschen als feudale Wohnsitze. Die meisten sind – ganz demokratisch – zugänglich für jeden. Vier deutsche, eher unbekannte Schlösser möchten wir diese Woche im ZDF-Morgenmagazin vorstellen.

Schloss Bad Muskau und der Fürst Pückler Park sind ein Gesamtkunstwerk von Weltrang. Seit 2004 gehört das Ensemble zu den Unesco–Weltkulturerbestätten. Durch den Schlossgarten fließt die Neiße, Brücken vereinen die  beiden Parkteile auf deutscher und polnischer Seite zu einem 800 Hektar großen Park nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten. Hermann Fürst von Pückler-Muskau legte das Ensemble vom 1815 bis 1844 an. Sein Gartenkunstwerk beeinflusste die Landschaftsarchitektur in Europa und Amerika. Durch den zweiten Weltkrieg wurde die Anlage stark beschädigt und seit den 90er Jahren Stück für Stück in Stand gesetzt. Die Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Parkverwaltung seit 1989 entwickelte sich zum Vorzeigeprojekt internationaler Denkmalpflege.

Schloss Ulrichshusen ist eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke Mecklenburgs. Erbaut 1562 im Auftrag von Ulrich von Maltzahn ist es heute im Besitz von Nachfahren des Erbauers. Alla und Ulrich von Maltzahn kauften das Schloss 1993 und sanierten die Schlossruine, den umliegenden Park und die Wirtschaftsgebäude. Im Schloss und dem benachbarten Gut Ulrichshusen kann man übernachten. Seit 1994 ist das Schloss einer der Hauptstandorte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Schloss Moyland am Niederrhein ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und beherbergt die weltweit größte Beuys-Sammlung mit Werken vor allem aus den Anfängen von Jospeh Beuys‘ künstlerischem Schaffen. Das Beuys-Archiv und ein Forschungszentrum zu dem Ausnahmekünstler befinden sich ebenfalls dort. Zusätzlich finden dort regelmäßig umfangreiche Ausstellungen statt – in diesem Sommer die Ausstellung "Der Himmel so weit – Landschaftsdarstellungen der Niederrheinlande". Umgeben ist das Schloss von einem Park, in dem sich sehr alte Eichen, ein historischer Kräutergarten und zahlreiche Skulpturen befinden. In dem Park sind leider keine Hunde gestattet.

Schloss Ortenburg liegt 25 Kilometer westlich von Passau und ist rund tausend Jahre alt. Kurz nach der Reformation entschieden sich die Schlossbewohner zum Protestantentum zu konvertieren - mitten im katholischen Bayern. Das Schicksal des Schlosses war fortan eng von dieser folgenschweren Entscheidung bestimmt. Es wurde unzählige Male zerstört und wieder aufgebaut.

Das Schloss ist besonders beliebt bei Brautpaaren, denn es sind sowohl standesamtliche als auch kirchliche Trauungen dort möglich – allerdings nur evangelische oder ökumenische.

Das Schloss dient als Kulisse für die alljährlichen Ortenburger Ritterspiele. Es finden dort hin und wieder Konzerte statt. Und es soll dort mehr als nur der Geist der Geschichte durch die Hallen wehen. Es wird berichtet von Türen, die sich von selber schließen, von einem Klavier, das selbständig spielt und von einem weinenden Kind. Das alles lässt sich überprüfen im Verlauf einer Spuknacht.

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