Deutschland vor Härtetest

Löw-Team trifft im Confed Cup auf Chile

Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin - Deutschland vor Härtetest

Die DFB-Elf trifft beim Confed Cup im zweiten Gruppenspiel auf Chile (20 Uhr/ARD). Für Bundestrainer Joachim Löw gehört der Südamerikameister zur Elite des Weltfußballs.

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1 min
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Video verfügbar bis 31.01.2018, 05:30

Mit der Ruhe ist es Kasan ab heute vorbei: Auf dem Weg ins Halbfinale des Confed Cups steht der deutschen Nationalmannschaft gegen den Turnierfavoriten Chile der erste echte Härtetest bevor. "Sie haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie zur Elite des Weltfußballs gehören. Chile ist eingespielt, hat fantastische Einzelspieler und ist taktisch eine der besten Mannschaften der Welt. Das wird für uns eine besondere Herausforderung", sagte Löw vor dem Duell gegen den Südamerikameister mit Bayern-"Krieger" Arturo Vidal und Topstar Alexis Sanchez in der Kasan-Arena.

Guter Gradmesser

Für Löws hoch veranlagtes Perspektivteam ist der Weltranglistenvierte ein guter Gradmesser. "Wir müssen 90 Minuten hellwach sein, dürfen nie schlafen. Es ist wichtig für die Entwicklung der Spieler, auf so einem Level gegen so eine Mannschaft zu spielen", sagte Löw. Seine Elf freut sich auf diese besondere Herausforderung. "Es sind alles Soldaten auf dem Platz. Da kann man sehen, wo unsere Grenzen sind als Mannschaft", sagte Julian Brandt. Mit einem Erfolg könnte die DFB-Auswahl nach dem Auftaktsieg gegen Australien (3:2) im Idealfall schon ins Halbfinale einziehen.

Dafür muss sich das deutsche Team weiter steigern. Mit intensivem Videostudium und Einzelgesprächen bereitete Löw seine Jungs vor. Gegen Asienmeister Australien mangelte es an der defensiven Stabilität über 90 Minuten, zudem patzte Torhüter Bernd Leno doppelt. Der Leverkusener wird gemäß der von Löw angekündigten Rotation beim Confed Cup eine Pause erhalten und in der WM-Arena an der Wolga von Marc-Andre ter Stegen ersetzt. Löw kündigte "drei, vier Wechsel" gegenüber dem ersten Gruppenspiel an.

Emre Can, Timo Werner und Matthias Ginter wären erste Alternativen. Die international unerfahrene Mannschaft muss zudem mit der ungewohnten Turnierbelastung zurechtkommen. Das Duell mit den Australiern ist erst drei Tage her, Löw bot sich nur eine Trainingseinheit, um am Feinschliff zu arbeiten und Schwächen auszumerzen. "Ein paar mehr" Vorbereitungstage wären "hilfreich" gewesen, sagte der 57-Jährige, der gegen Chile vor seinem 100. Sieg steht.

Sieben Weltklassespieler

Seine Spieler wissen um die Aufgabe. "Gegen Chile dürfen wir uns nicht so viele Fehler erlauben und müssen vorne effizienter werden", sagte Joshua Kimmich angesichts einiger leichtfertig vergebener Torchancen gegen Australien. Brandt verspricht eine "Steigerung". Diese ist bei Leon Goretzka schwer möglich.

Der Schalker war beim Sieg gegen Australien an allen Toren beteiligt und nicht nur wegen seines ersten Länderspieltreffers der herausragende Spieler auf dem Platz. "Chile hat aber eine andere Qualität als Australien. Sie haben Weltklassespieler dabei", sagte Goretzka.

Erfinder der Dreierkette

Chile verfügt aber nicht nur über hervorragende Einzelspieler, die Mannschaft von Trainer Juan Antonio Pizzi ist mit einem Durchschnittsalter von 29,1 Jahren sehr erfahren und taktisch glänzend geschult. "La Roja" (die Rote) gilt als Erfinder der modernen Dreierkette und war damit auch Inspiration für den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Chile wird ein Spiel auf einem anderen Level. Chile spielt mit einer unglaublichen Variabilität und Intensität. Sie können Dinge während des Spiels verändern, die Spieler wissen um die Laufwege, haben eine unglaubliche Wucht nach vorne und wechseln ständig die Positionen", lobte Löw.

Beim Erfolg gegen Kamerun (2:0) offenbarten die Chilenen aber auch ungewohnte Schwächen in der Defensive. Diese will das DFB-Team nutzen - zumal der Gegner erneut auf Kapitän Claudio Bravo (Wadenblessur) im Tor verzichten muss.

Fakten zum Confed Cup

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