Weltwunder aus der Antike

Die Rekonstruktion des Pergamon-Altars

Das heutige Pergamonmuseum entstand 1912 bis 1930 nach Plänen von Alfred Messel unter der Bauleitung von Ludwig Hoffmann. Seine Antikensammlung gilt als eine der größten der Welt. Das Museum beherbergt als Prunkstück unter anderem den in der Antike als Weltwunder gerühmten, 1878 bis 1886 in der heutigen Türkei ausgegrabenen Pergamon-Altar. Der Pergamon-Altar ist ein um 180 bis 159 vor Christus geschaffener und der Schutzgöttin der kleinasiatischen Stadt Pergamon, Athena, geweihter Altar. Er stand auf der Burg von Pergamon frei auf einer Terrasse.

Straßenbauarbeiten führten den deutschen Ingenieur Carl Humann 1865 in das antike Pergamon. Zu seinem Entsetzen fand der Hobbyarchäologe dort einen wüsten Trümmerhaufen. Einheimische zerstörten vor seinen Augen wertvolle Marmorreliefs, die sie aus einer Mauer schlugen.

Blutige Schlachten

In diesem Trümmerfeld machte der Schatzgräber den sensationellen Fund: Bruchstücke des legendären Pergamon-Frieses. Die überlebensgroße Schlacht der Götter gegen Giganten - ein brutales Gemetzel: Wild schleudern die feindlichen Legionen Feuergeschosse, beißen, würgen oder ziehen an den Haaren. Selbst die Liebesgöttin handelt gar nicht liebenswürdig.

Doch erst als 1877 Alexander Conze Direktor der Skulpturensammlung der Königlichen Museen wurde, konnte Humann mit Ausgrabungen beginnen. 1878 traf schließlich die Grabungsgenehmigung ein. "Wir haben nicht ein Dutzend Reliefs, wir haben eine ganze Kunstepoche gefunden", jubelte Humann damals.

Ruhestätte auf dem Burgberg

Als Humann 1880 nach Berlin kam, jubelte die Stadt ihm zu. Humann wurde schließlich auch auf dem Burgberg von Pergamon beerdigt. Aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung hatten seine Ärzte ihm vor der ersten Reise in diese Region ein gesünderes Klima verschrieben. Im Winter 1864/65 besuchte er dann das antike Pergamon.

Das Pergamon-Relief wurde einst als Siegerdenkmal für Eumenes II. gebaut. Der Altar wurde jedoch in byzantinischer Zeit abgerissen, um aus dem Material Befestigungen gegen Angriffe der Araber zu bauen. Marmorfragmente wurden aus mittelalterlichen Mauern herausgelöst und in Berlin endlich wieder zusammengesetzt.

Es erfolgte eine komplette Rekonstruktion der Westfront mit Friesplatten: Die unzähligen Bruchstücke wurden aus der Türkei nach Berlin verschifft. Nach jahrelangem Puzzeln erfolgte 1930 endlich Eröffnung des Pergamonmuseums. Damals wie heute schreiten die Besucher aus aller Welt die erhabenen Treppen des Altares empor. Und das ist nur möglich wegen seines passionierten Retters, der in Pergamon ruht: Carl Humann.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet