ZDFheute live

BGH-Urteil zu Influencer-Postings

ZDFheute live

BGH-Urteil zu Influencer-Postings

BGH-Urteil zu Influencer-Postings

 

Sie sind hier:

BGH-Urteil zu Influencer-Postings

Influencer müssen nur die Beiträge als Werbung markieren, für die sie Geld bekommen, so der BGH. ZDFheute live spricht mit Influencerin Cathy Hummels und Anwalt Michael Terhaag.

Videolänge:
25 min
Datum:
09.09.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.09.2022

Abmahnungen wegen Schleichwerbung – Was passiert bei ZDFheute live?

Kleidung, Fitness-Riegel, Beauty-Produkte - Influencer*innen empfehlen in den Sozialen Medien gerne, was ihnen gefällt. Den Link zur Marke oder zum Anbieter gibt's direkt dazu. Aber: Dürfen sie das, ohne es als Werbung zu kennzeichnen? Darüber hat der Bundesgerichtshof jetzt geurteilt und gab den Influencer*innen weitgehend Recht: Nicht alle Beiträge mit vorgestellten Produkten oder Dienstleistungen müssen als Werbung gezeichnet werden. Wenn Influencer*innen allerdings für eine „übertriebene werbliche“ Produktpräsentation eine Gegenleistung erhalten, wäre eine Kennzeichnung als Werbung Pflicht, sonst liege eine verbotene Schleichwerbung vor, die abgemahnt werden dürfte. Ab 2022 müssen nur noch Beiträge als Anzeige gekennzeichnet werden, wenn hierfür eine Gegenleistung erbracht wurde.

Wie verändert das Urteil die Arbeit der Influencer*innen? Was sind ihre Erfahrungen mit Werbekennzeichnungen? Und was ändert sich für Follower*innen und Konsument*innen? Darüber diskutiert ZDFheute live mit Michael Terhaag, Fachanwalt in IT-Recht. Außerdem mit dabei ist Influencerin Cathy Hummels.

Was ist der Hintergrund des Rechtsstreits gegen die drei Influencerinnen?

Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem Verband Sozialer Wettbewerb e.V. und den Influencerinnen Cathy Hummels, Leonie Hanne und Luisa-Maxime Huss. Letztere wurden wegen nicht gekennzeichneter Werbung in Sozialen Netzwerken von dem Verband, der für die Einhaltung der Wettbewerbsregeln eintritt, abgemahnt – mit der Aufforderung, künftig Schleichwerbung im Internet zu unterlassen, dazu sollte sie die Abmahnkosten übernehmen. Die Influencerinnen lehnten die Forderungen des Wettbewerbsverbandes ab, sodass dieser vor Gericht zog. Zum Zeitpunkt der Abmahnung hatten alle drei Frauen 1,7 Millionen Abonnent*innen auf Instagram. In ihren Beiträgen stellten sie Waren und Dienstleistungen vor oder warben für ihr eigenes Unternehmen. Dabei wurden Bilder mit sogenannten „Tab Tags“ versehen, anklickbare Links zu Herstellern oder Anbietern von Produkten. Der Verband Sozialer Wettbewerbe e.V. kritisierte, dass dies ebenso als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet werden müsse.

Der Anwalt des Wettbewerbsverbandes betonte vor dem Bundesgerichtshof (BGH), dass mit Posts private Mitteilungen und Werbung vermischt würden. Dazu verwies er auf getäuschte Verbraucher. Cathy Hummels und Luisa-Maxime Huss betonten die Transparenz zu ihren Followern. Es wäre genauso wichtig, dass man seine freie Meinung entfalten könne, argumentierte Hummels.

Die Veröffentlichung von Beiträgen dieser Influencer ist geeignet, ihre Bekanntheit und ihren Wettbewerbswert zu steigern und damit ihr eigenes Unternehmen zu fördern.
Bundesgerichtshof

Die Klagen gegen Cathy Hummels und Leonie Hanne wurden abgewiesen. Zwar hätten die Beiträge für die eigene Firma geworben, aber mangels Gegenleistung von einem anderen Unternehmen nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen, so der Bundesgerichtshof (BGH). Die Klage gegen Luisa-Maxime Huss wurde stattgegeben. In ihrem Falle sei von einem Unternehmen die Werbung bezahlt worden. Der Beitrag zu einer Himbeermarmelade, der ein „Tab Tag“ enthielt und ohne kritische Distanz gewesen sei, hätte als Werbung gekennzeichnet werden müssen.

(Mit Material von epd, dpa und rtz)

Nachrichten | heute - Das Geschäftsmodell der Influencer 

Dürfen Influencer*innen mit einem direkten Link zum Anbieter für Produkte werben, ohne es als Werbung zu kennzeichnen? Der Bundesgerichtshof fällte dazu nun ein Urteil.

Videolänge
1 min
von Günther Neufeldt

Kommentare

0 Kommentare

  • Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Artikel.

Mehr aus ZDFheute live

Eine Halle in welcher eine Vielzahl von Cannabis-Pflanzen angebaut wird.

Ampel-Koalition - Cannabis-Legalisierung ja oder nein? 

Eine mögliche Ampel-Koalition könnte schon bald Cannabis in Deutschland legalisieren. SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen stehen einer Legalisierung offen gegenüber. Ein Überblick.

12.10.2021
von Sara Lazarska
Videolänge
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.