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So schließen Impf-Booster die Freistoßmauer

Immunologin Christine Falk vergleicht die Schutzwirkung der Corona-Impfung mit einer Freistoßsituation beim Fußball. Die gebildeten Antikörper entsprechen dabei der Abwehrmauer.

Videolänge:
3 min
Datum:
03.11.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.11.2022

Wie wirkt die Schutzwirkung der Corona-Impfung? Wie kann sie für medizinische Laien verständlich gemacht werden? Immunologin Christine Falk kam beim Duell England gegen Italien, dem Finale der Fußball-EM, im Sommer eine Idee, wie sie bei ZDFheute live berichtet:

Wenn Menschen nicht gegen Corona geimpft sind

Wenn man nicht geimpft ist, dann ist das wie eine Elfmetersituation ohne Torwart. Weil einfach gar kein Schutz da ist.
Christine Falk, Immunologin

"Kein Mensch hat dieses Virus vorher gesehen, die ganze Bevölkerung war letztes Jahr zum Beispiel diesem Virus tatsächlich schutzlos ausgeliefert. Das ist dann so wie der Elfmeter, der 100 Prozent verwandelt wird.

Wenn die Leute sich infizieren, kann das Virus tatsächlich sich ausbreiten und bei wenigen Fällen war es immer schon so, dass es dann doch schwere Fälle gab und auch Menschen, die eben ins Krankenhaus mussten und auf die Intensivstation. Das ist die Situation, wenn man nicht geimpft ist. Ein bisschen eben wie der Elfmeter ohne Torwart."

Wenn Menschen gegen Corona geimpft sind

"Die nächste Stufe wäre die Impfung. Und wenn man sich dann vorstellt, wie man das übersetzen könnte in die Fußballsituation, dann haben wir eine Impfsituation. Die Menschen haben idealerweise zwei Mal eine Impfdosis bekommen. Sie bilden Antikörper und sind dadurch schon mal sehr gut geschützt.

Die Antikörper sind quasi unsere erste Abwehrfront. Und die steht dann wie die Abwehr in der Freistoßsituation, eine geschlossene Abwehr, und das Virus – der Ball – der kommt gar nicht durch, weil die Antikörper es sofort abfangen, verhindern, dass das Virus überhaupt in den Körper und in die Zellen hineinkommen kann.
Christine Falk, Immunologin

Dann habe ich zwar die Zellen – die sind sozusagen das Tor dahinten – ich hab dann zwar noch meine T-Zellen durch die Impfung, die brauche ich in dem Moment aber gar nicht, wenn das Virus gar nicht so weit kommt, Zellen zu infizieren.

Impfspritze und Verlauf der Zahl der Corona-Impfungen
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Das ist die Situation, die wir bei den allermeisten Menschen – den über 55 Millionen Menschen in Deutschland –, die doppelt geimpft sind, tatsächlich vorfinden. Hohe Antikörper, die schützen davor, dass das Virus überhaupt in die Zelle und in den Körper gelangt. Wir hätten aber zur Not noch dann die T-Zellen, falls es notwendig wird und das ist sozusagen dann die nächste Situation."

Was bei Impfdurchbrüchen passiert

"Die Idealsituation ist wirklich die, komplett davor geschützt zu sein, dass man sich ansteckt. Und wir wissen eben, dass es Menschen gibt, die entweder älter sind oder Medikamente nehmen müssen, die das Immunsystem beeinträchtigen oder wo die Impfung einfach schon sehr viel länger zurückliegt. Und da bekommt diese Abwehrfront Löcher.

Und das kann man sich so vorstellen, dass zwar Antikörper da sind, aber die verhindern nicht mehr komplett, dass wenn das Virus in den Nasen-Rachen-Raum gepustet wird, dass man wirklich komplett geschützt ist. Und dann kann das Virus in die Zellen gelangen, hier im Nasen-Rachen-Raum. [...] Das wären quasi die Durchbruchsinfektionen – aber trotzdem hat das Immunsystem bereits einen Vorsprung sich erarbeitet durch die Impfung.

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Wir haben dann nämlich die T-Zellen als zweite Abwehrfront, nur die sitzen nicht gleich hier oben, weil die patrouillieren durch den Körper und die müssen erst rekrutiert werden. Und die kommen dann ins Spiel, wenn eine Zelle infiziert ist und der Körper versucht zu verhindern, dass das Virus sich dann auch ausbreitet.

Und deswegen haben wir da diese großen T-Zellen im Tor, die kontrollieren dann die weitere Virusausbreitung.
Christine Falk, Immunologin

Das sind dann Durchbruchsinfektionen, die aber im Normalfall lange nicht so schwer verlaufen wie wenn jemand eben nicht geimpft ist und deswegen sind das auch meistens sehr leichte Verläufe und es gibt wirklich sehr sehr Wenige, die dann doch noch ins Krankenhaus müssen oder auch auf Intensivstationen landen. Das sind auch meistens ältere Menschen, die noch andere Probleme – auch immunologische Probleme – haben. Aber das wäre sozusagen die Situation eines Impfdurchbruchs."

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