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Warten auf den Impftermin

Die Impfungen sind begehrt, doch die Wartelisten lang. ZDFheute live diskutiert mit Armin Beck vom Hausärzteverband, Landärztin Ulrike Koock und Lorenz Matzat von AlgorithmWatch.

42 min
42 min
18.05.2021
18.05.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.05.2022

Die Impfpriorisierung wird vollständig aufgehoben - was passiert bei ZDFheute live?

Ab 7. Juni soll in Deutschland die Priorisierung der Impfgruppen in Arztpraxen und Impfzentren entfallen - dann können sich alle Personen ab 16 Jahren impfen lassen. Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist das noch zu früh. Denn: noch immer warten viele Bürgerinnen und Bürger der Prio-Gruppen auf einen Termin - ob im Impfzentrum oder bei Hausärzten. Letztere können den Ansturm auf ihre Praxen kaum bewältigen, seit hier die Priorisierung weggefallen ist. Gerne würden sie mehr Termine vergeben, mehr impfen. Aber: Es fehlt schlicht an Impfstoff. ZDFheute live spricht mit Armin Beck vom Deutschen Hausärzteverbands und der Landärztin Dr. Ulrike Koock über die Situation in den Praxen. Außerdem dabei: Lorenz Matzat von AlgorithmWatch über den Algorithmus hinter der Terminvergabe in den Impfzentren.

Wer bei den Menschen Hoffnungen weckt und mit vollmundigen Stichtags-Ankündigungen die Illusion nährt, ab dem 7. Juni könne jede und jeder im Land plötzlich von einem Tag auf den anderen geimpft werden, der muss vor allem auch liefern - und zwar Impfstoff in nennenswertem Umfang
Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands

Wieso gibt es eine Diskussion zu diesem Thema?

Bislang wurden 40 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht, das teilte Gesundheitsminister Spahn heute mit. Durch Hausärzten und Hausärztinnen hat sich das Tempo erhöht. Dennoch warten weiterhin viele auf einen Termin. "Über 30 Prozent der über 60 Jährigen haben bisher überhaupt noch keine Impfung" sagt Christian Bogdan von der Ständigen Impfkomission im Interview mit ZDFheute. Das Problem: zu wenig Impfstoff. Spahn kündigt daher an, die Impfkampagne müsse "bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden".

Die Terminvergabe selbst ist Ländersache. Mal wird nach Geburtsjahrgang eingeteilt oder auch einfach nach dem Zufallsprinzip. Laut Impfverordnung gibt es innerhalb einer Priorisierungsgruppe keine Vorgabe, wer zuerst dran ist. Oftmals ist die Registrierung im Impfzentrum jedoch mit langen Wartezeiten verbunden. Die Organisation AlgorithmWatch wies bereits im März auf eine ungeeignete Software eines Berliner Impfzentrums hin. "Möglicherweise haben dadurch zahlreiche Berliner*innen einen späteren Impftermin erhalten - obwohl deutlich früher eigentlich Termine für Sie frei gewesen wären", so Lorenz Matzat. Wer wann geimpft wird, hängt also von sehr vielen Faktoren ab und ist deshalb von Fall zu Fall auch unterschiedlich. Gerade für die Jüngeren gehört bei der Terminvergabe zurzeit noch etwas Glück dazu.

(Quelle: AFP, Reuters, ZDF)

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