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Droht uns ein Blackout ohne Atomkraft?

Die Gasknappheit bedroht nicht nur Heizungen, auch das Stromnetz könnte unter Druck geraten. Kann Atomkraft uns vor möglichen Blackouts bewahren? ZDFheute live diskutiert.

Videolänge:
32 min
Datum:
01.08.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2023

Droht Deutschland ein Blackout? – Das passiert bei ZDFheute live

Innerhalb weniger Jahre sollen 80 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse stammen. Kohle, Gas und Atomstrom spielen dann im besten Fall keine Rolle mehr. Aber ist das wirklich umsetzbar? Was, wenn an dunklen Wintertagen weder Wind noch Sonne ausreichend Strom liefern? Droht dann ein Ausfall unserer Stromnetze oder gar ein Strom-Blackout? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ZDF-Autor Erik Hane in seiner WISO-Dokumentation "Blackout in Deutschland – Horrorszenario oder reale Gefahr", die um 19:30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird und vorab schon hier in der Mediathek verfügbar ist.

Ein Problem: Mit wenigen Großkraftwerken lässt sich die Netzsicherheit leichter gewährleisten als in einem dezentralen Netz mit vielen kleinen Stromerzeugern, wie Solardächern oder Windrädern. Hinzu kommt, dass Wind und Sonne nicht beständigständig verfügbar sind. Bei entsprechender Wetterlage könnte zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten also zu wenig Strom vorhanden sein. Eine Lösung sind Stromspeicher. Von denen gibt es bislang aber viel zu wenige. 

Erst am Wochenende hat dieses Thema weiter an Aktualität gewonnen. Finanzminister Christian Lindner forderte angesichts des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Gasknappheit einen Stopp der Stromproduktion mit Hilfe von Gas. Stattdessen schlägt er vor, die Laufzeiten der drei noch betriebenen Atomkraftwerke über den geplanten Atomausstieg Ende Dezember hinaus zu verlängern.

Vieles spricht dafür, die sicheren und klimafreundlichen Kernkraftwerke nicht abzuschalten, sondern nötigenfalls bis 2024 zu nutzen.
Bundesfinanzminister Christian Lindner

Drohen im Zuge der deutschen Energiewende wirklich flächendeckende Stromausfälle? Könnte eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten solchen Engpässen entgegenwirken? Und was sind andere Lösungsvorschläge, an denen die Politik ansetzen könnte? Darüber diskutiert ZDFheute live mit Energie-Experte Christoph Maurer vom Berater Consentec.

Verbraucher | WISO - Blackout in Deutschland – Horrorszenario oder reale Gefahr?  

Deutschland will aussteigen: keine Kohle, kein Gas, keine Atomkraftwerke. Stattdessen wollen wir voll auf erneuerbare Energien umsteigen. Droht ein großer Strom-Blackout?

Videolänge
von Erik Hane

Energiewende? Alternativlos – aber mit Atomkraft?

Nicht erst seit Hitzewellen und dem russischen Angriffskrieg ist klar, dass der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unumgänglich ist, zu sehr schadet die Stromgewinnung der vergangenen Jahrzehnte dem Klima. So wurde bereits am vergangenen Donnerstag der sogenannte Erdüberlastungstag für dieses Jahr erreicht. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Menschheit nach Angaben der Organisation Global Footprint Network alle Ressourcen aufgebraucht hat, die der Planet in einem Jahr auf natürlichem Wege ersetzen könnte. Deutschland hatte seine Ressourcen sogar bereits am vierten Mai aufgebraucht

Bei der Frage, wie die Energiewende gelingen kann, wird die Atomkraft immer wieder ins Spiel gebracht. Da Atomkraftwerke bei der Stromproduktion kaum Emissionen ausstoßen, fordern einige Stimmen, als Übergangslösung auf Atomenergie zu setzen. Vor allem im Hinblick auf die derzeitige durch den russischen Angriffskrieg verursachte Gasknappheit werden die Forderungen nach AKW-Laufzeitverlängerungen immer lauter. Gegner weisen dagegen unter anderem auf das ungelöste Problem der Atommüll-Entsorgung und die hohen Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung und Umwelt im Falle eines Unfalls hin.

In Deutschland würden sich im Falle einer außerplanmäßigen Laufzeitverlängerung noch weitere praktische Probleme ergeben. So fehlen entsprechende Brennelemente, quasi der Treibstoff für Atomkraftwerke, die normalerweise weit im Voraus bestellt werden müssen. Fraglich ist außerdem, ob die derzeit noch betriebenen Atomkraftwerke die notwendigen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die letzte periodische Überprüfung hätte bereits 2019 stattfinden sollen und erfolgte nur aufgrund des geplanten Austritts im Jahr 2022 nicht.

Mit Material von ZDF und dpa.

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