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Wie uns der Krieg finanziell trifft

Die Preise für Gas und Öl steigen immer weiter an. Was bedeutet das finanziell für uns? Und kommt nun vielleicht sogar ein Energie-Embargo? ZDFheute live beantwortet Ihre Fragen.

Videolänge:
33 min
Datum:
09.03.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.03.2023

Gemeinsames Energie-Embargo des Westens? – Was passiert bei ZDFheute live?

Sollten Energieimporte aus Russland wegen des Russland-Ukraine-Kriegs vom Westen eingestellt werden? Die USA haben bereits gehandelt und ihre Importe eingestellt, Großbritannien lässt die Einfuhr von russischem Öl und Ölprodukten Ende des Jahres auslaufen. Die Bundesregierung dagegen lehnt einen Stopp von Energielieferung bisher ab und warnt vor schweren wirtschaftlichen Schäden sowie steigenden Verbraucherpreisen. Auch die EU hat sich noch nicht auf ein weitergehendes Energie-Embargo verständigt. Am Donnerstag und Freitag kommt die EU-Staaten aber zu einem Gipfel im französischen Versailles zusammen und sprechen unter anderem über ihr weiteres Vorgehen im Russland-Ukraine-Krieg.

Wenn ein Energie-Embargo die Eskalation eindämmen kann und die Ausbreitung von Krieg in Europa unwahrscheinlicher macht, dann sollten wir den Schritt gehen.
Prof. Veronika Grimm, Sachverständigenrat der Bundesregierung

Schon jetzt steigen die Spritpreise und auch bei fossilen Energieimporten ist Deutschland abhängig von Russland. Wie lange können wir das noch bezahlen? Und welche Rolle spielen eine höhere Pendlerpauschale, niedrigere Steuern und Zuschüsse für Geringverdiener als sozialer Ausgleich?

Jeder kann im Haus oder in der Wohnung die Temperatur um ein Grad runterdrehen, auch die Industrie hat enorme Einsparpotenziale.
Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

Was können wir selbst konkret tun, sollte es wirklich eng werden?

ZDFheute live spricht mit Prof. Veronika Grimm vom Sachverständigenrat der Bundesregierung, auch über ihren Vorschlag, dass es ein Energie-Embargo gegenüber Russland braucht. Außerdem beantwortet Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen Ihre Fragen, bewertet bisherige Maßnahmen und gibt Spartipps.

Wie hart würde es uns treffen?

Die Entscheidung aus Washington war laut US-Präsident Joe Biden mit den europäischen Verbündeten abgestimmt, von denen viele mehr als die USA auf russische Energie angewiesen seien.

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Bisher kommen weitergehende Strafmaßnahmen vor allem aus den USA.

Aber wir arbeiten eng mit Europa und unseren Partnern zusammen, um eine langfristige Strategie zu entwickeln, die auch ihre Abhängigkeit von russischer Energie verringert.
US-Präsident Joe Biden

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums liegt der Anteil russischer Importe an den fossilen Gasimporten nach Deutschland bei rund 55 Prozent, bei Kohle bei rund 50 Prozent und bei Rohölzufuhren bei rund 35 Prozent.

Wie lange dauert es also, bis wir unabhängig wären? Und wie sehr werden uns bis dahin die steigenden Preise beeinflussen?

Das Meinungsbild ist gespalten: Am Dienstag warnte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Schäden "schwersten Ausmaßes". Das Energie-Embargo würde also deutschen Verbrauchern und Firmen steigende Energiepreise bescheren und Heizkosten in die Höhe schießen lassen. Auch an der Tankstelle scheint kein Stopp der Preiserhöhung in Sicht zu sein. Ein gänzlicher Ausfall russischer Gasimporte könnte zu Engpässen führen. Folglich sieht BDI-Präsident Siegried Russwurm eine kurzfristige Umstellung als unmöglich an.

Auf der anderen Seite stehen Wissenschaftler*innen, die einen kurzfristigen Lieferstopp von russischem Gas als handhabbar ansehen. Auswirkungen würde es nicht sofort geben.

Engpässe könnten sich im kommenden Winter ergeben.
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle

Es bestünde jedoch die Möglichkeit, durch die unmittelbare Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenpakets die negativen Folgen zu begrenzen und soziale Auswirkungen abzufedern. Auch von Greenpeace wurde ein 10-Punkte-Plan aufgestellt, wie Deutschland schneller unabhängig von russischem Öl werden könnte. Langfristig bedeutet das für beide: Alternativen finden und die Transformation zur Klimaneutralität beschleunigen.

(Mit Material von DPA)

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