Sie sind hier:

Streit ums Gendern

Immer häufiger findet man das Gendersternchen - doch es scheidet die Geister. Bei ZDFheute live diskutieren Aminata Touré, Bündnis 90/Die Grünen, und Christoph Ploß, CDU.

29 min
29 min
31.05.2021
31.05.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.05.2022

Gendern - Was passiert bei ZDFheute live?

Über das Gendersternchen ist eine Debatte entstanden, bei der es nicht nur um Sprache, sondern vielmehr um Geschlechtergerechtigkeit geht. Sollten wir in unserer Sprache verschiedene Geschlechter stärker berücksichtigen? Darüber diskutieren bei ZDFheute live Aminata Touré, Landtagsabgeordnete für Schleswig-Holstein (Bündnis 90/Die Grünen) und Christoph Ploß, Hamburgs CDU-Chef. Die Grünen-Politikerin spricht sich deutlich für das Gendern aus.

Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, um Frauen und nicht-binäre Personen sprachlich sichtbar zu machen. Sprache bildet Realität ab, aber erschafft auch Realität.
Aminata Touré, Pressemitteilung vom 18.06.2020

Christoph Ploß hingegen hatte sich vor kurzem sogar für ein Verbot von Gendersprache bei staatlichen Stellen eingesetzt.

Von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte ich, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht einfach willkürlich verändern.
Christoph Ploß, CDU

Warum ist das wichtig?

65 Prozent der deutschen Bevölkerung halten einer aktuellen Umfrage zufolge nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter in der Sprache. Muss sich die deutsche Rechtschreibung ändern? In der Debatte gibt es viele Argumente.

Befürworter des Genderns sagen, dass sich ohne Gendern nicht alle angesprochen fühlen – unterbewusst kann uns die männliche Form sogar bei der Berufswahl beeinflussen. Durch das Gendersternchen hingegen werden alle Geschlechter adressiert. Gegner hingegen merken an, dass die männliche Form ausreiche und weisen auf den allgemeinen Sprachgebrauch hin. Das Gendersternchen entspricht demnach nicht den Regeln der deutschen Rechtschreibung und könnte zu grammatikalischen Fehlern führen sowie den Lesefluss beeinträchtigen.

Gegner hingegen merken an, dass die männliche Form ausreiche und weisen auf den allgemeinen Sprachgebrauch hin. Das Gendersternchen entspräche nicht den Regeln der deutschen Rechtschreibung und könnte zu grammatikalischen Fehlern führen sowie den Lesefluss beeinträchtigen.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung äußert sich differenziert. Er bekräftigt zwar, "dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll" – spricht jedoch keine Empfehlung für die Aufnahme des Gendersterns, Gender-Gap oder anderer verkürzter Formen zur Kennzeichnung in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aus.

Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann.
Rat für deutsche Rechtschreibung

(Quelle: dpa, ZDF)

Kommentare

0 Kommentare

  • Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Artikel.

Mehr aus ZDFheute live

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.