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Wie groß ist die Gefahr?

Militärexperte Prof. Maximilian Terhalle analysiert bei ZDFheute live das militärische Kräftemessen um Taiwan und spricht über Konsequenzen auch für die deutsche Außenpolitik.

Videolänge:
31 min
Datum:
04.08.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.08.2023

China startet Militärmanöver um Taiwan - Was passiert bei ZDFheute live?

Es ist die größte militärische Machtdemonstration gegenüber Taiwan seit Jahrzehnten: Das chinesische Militär hat nach eigenen Angaben sein Manöver in sechs Gebieten rund um die demokratische Inselrepublik gestartet. Durch den Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi, der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, fühlt sich Peking provoziert. Es betrachtet Taiwan als Teil Chinas und fürchtet weitere Bestrebungen nach Unabhängigkeit. Aber droht jetzt wirklich eine Eskalation des Konflikts?

Auch wenn Experten und Diplomaten nicht unmittelbar mit einer Invasion rechnen, befürchten viele, dass der Tag eher früher als später kommen könnte. Schon jetzt könne die Situation zu "offenen Konflikten" zwischen Großmächten mit "unvorhersehbaren Konsequenzen" führen, fürchten die Außenminister der ASEAN-Staaten. Denn auch die USA sind im südchinesischen Meer militärisch präsent und haben gerade erst den Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" dorthin entsandt.

Wirtschaftlich könnte der Konflikt auch Europa und die Weltwirtschaft treffen. Denn Taiwan beliefert die ganze Welt mit Mikrochips für die Elektronik-Industrie. Durch das Militärmanöver droht die Blockade von Lieferungen.

Bei ZDFheute live erklärt Militärexperte Prof. Maximilian Terhalle das militärische Kräfteverhältnis zwischen China und den USA in der Region. Er hält eine direkte Konfrontation für vorstellbar und befürchtet Konsequenzen für Europa, auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Wirtschaftliche Folgen auch für Deutschland

Taiwan ist nicht nur der größte Produzent für Halbleiter, die in der Mikrochip-Produktion verwendet werden, sondern auch stark mit der Weltwirtschaft verflochten. Zwischen China und der Insel verläuft die Taiwanstraße, durch die fast die Hälfte aller Containerschiffe weltweit fahren.

Aufgrund der chinesischen Militärmanöver hat Taiwans Schifffahrtsbehörde bereits Schiffe und Frachter davor gewarnt durch die Gewässer zu fahren, in denen Manöver durchgeführt werden. Auch der Luftverkehr in der Region ist gestört. Dies wäre eine zusätzliche Belastung für die ohnehin schon eingeschränkten Lieferketten.

Gerade für Deutschland wäre eine Eskalation zwischen China und Taiwan ein großes Problem, denn dann könnte es ähnliche Sanktionen gegen China geben, wie sie gerade gegen Russland aufgrund des Ukraine-Krieges in Kraft sind. Die Folgen wären für Deutschland deswegen gravierend, weil es kein Land gäbe, aus dem Deutschland mehr Waren importiere als aus China - darunter auch kritische Rohstoffe wie seltene Erden, so Achim Haug von der bundeseigenen Gesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) der Mediengruppe Bayern. Die Sorge vor einer Zuspitzung des Streits mit China sei in der Wirtschaft "sehr groß".

Mit Materialien von dpa, AFP und ZDF.

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