Machtwechsel in der SPD

Gabriel tritt als Parteichef zurück - Schulz soll Kanzlerkandidat werden

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Paukenschlag am Nachmittag in Berlin. Sigmar Gabriel verzichtet auf die Kanzlerkandidatur, tritt auch als SPD Chef ab und wechselt vom Wirtschafts- ins Außenministerium. Martin Schulz soll Kanzlerkandidat werden.

Beitragslänge:
11 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.01.2018, 19:20

SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet überraschend auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur - nun soll der bisherige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Kanzlerin Angela Merkel (CDU) herausfordern. "Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern - und mit mir die SPD", begründete Gabriel seinen Rückzug.

Der 61-jährige Schulz, der neuer Parteichef werden soll, habe "die eindeutig besseren Wahlchancen". Der bisherige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Gabriel will nach Informationen aus Parteikreisen Außenminister werden. Führende Parteifreunde äußerten Respekt für Gabriels Verzicht. Der linke SPD-Flügel signalisierte Schulz volle Unterstützung. Kritik am Rückzug Gabriels kam von FDP-Chef Christian Lindner, Skepsis gegenüber Schulz von der Linkspartei. Am Abend wollte Gabriel das SPD-Präsidium über seine Zukunft informieren.

Steinmeier wird wohl Bundespräsident

Als neue Wirtschaftsministerin soll Gabriels bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries an diesem Mittwoch in einer Sondersitzung der Bundestagsfraktion vorgestellt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus SPD-Kreisen erfuhr. Die 63-jährige Zypries war von 2002 bis 2009 Bundesjustizministerin. Der 57 Jahre alte Gabriel ist seit 2009 Chef der SPD. Er hatte den überraschende Wechsel an der Parteispitze nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Bundestagsfraktion erklärt und Schulz als SPD-Chef vorgeschlagen. Schulz war seit 1994 im Europaparlament und zuletzt dessen Präsident. Er schied Ende 2016 aus diesem Amt aus. In der Bundespolitik ist er ein Neuling. Die Bundestagswahl findet am 24. September statt.

Der bisherige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) tritt am 12. Februar bei der Bundespräsidentenwahl als Kandidat der großen Koalition an - an seiner Wahl gibt es keinen Zweifel.

Neben den politischen hätten ihn auch private Gründe zum Verzicht bewogen. Gabriel, der voraussichtlich im März noch einmal Vater werden wird, betonte: «Heute bin ich wirklich ein glücklicher Mensch. Ob ich es auch wäre, wenn ich meine Familie noch weniger sehen würde als jetzt schon, weiß ich nicht.»

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