Die rechte Seite der Macht

Amerikas Nationalisten unter Trump

Politik | auslandsjournal - Die rechte Seite der Macht

Seit dem polarisierenden Wahlkampf von Donald Trump stellen ultrarechte Nationalisten ihre Gesinnung immer offener zur Schau und versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Einer von ihnen soll es nun sogar ins Weiße Haus schaffen.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.11.2017, 23:45

„Heil Trump! Heil unserem Volk! Heil Sieg!“, so schallte es am vergangenen Wochenende von der Bühne eines Konferenzraumes in Washington, unweit des Weißen Hauses - tosender Applaus und etliche zum Hitlergruß gehobene rechte Arme folgten. Die schockierenden Szenen spielten sich dabei nicht während eines Treffens einflussloser Ewiggestriger ab, sondern während einer Konferenz des „National Policy Institute“, bei dem auch die „Alt Right“-Bewegung vor Ort war – eine Bewegung, die versucht, rechtsradikales Gedankengut salonfähig zu machen und die politische Bühne Amerikas stürmen will. Angeblich arbeiten sie eng mit Donald Trump zusammen. Oder sehen in ihm zumindest ihren Weg zu Macht und Einfluss. Was aber steckt hinter den vermeintlichen „Trump-Flüsterern“?

Gegen das politische Establishment

Richard Spencer
Einer der führenden Köpfe der "Alt Right"-Bewegung: Richard Spencer.

Die ultrarechte Bewegung vereint sämtliche fremdenfeindliche und rassistische Strömungen und stellt sich konsequent gegen den selbst auserkorenen Feind: das politische Establishment und eine „Multi-Kulti-Mentalität“ im eigenen Land. So propagiert Richard Spencer, einer der führenden Köpfe der geistigen Brandstifter, die Überlegenheit der weißen Bevölkerungen in den USA und schwingt sich mit seiner Bewegung auf, das „europäische Erbe“ der Vereinigten Staaten zu bewahren. Eine einfache Aussage, die bei jungen, meist männlichen Anhängern ankommt.

Als Sprachrohr für die Bewegung galt dabei lange Zeit „Breitbart News“: Auf der beliebten Internetseite, die im vergangenen Monat über 80 Millionen Mal aufgerufen wurde, wird stets aus einer rechten Perspektive über vermeintlich drohende Gefahren und Entwicklungen geschrieben. So auch über Hillary Clintons angeblich schwachen Gesundheitszustand - für viele „Wutbürger“ ein gefundenes Gegenstück zu Berichten, der verhassten traditionellen Medien.

Der Draht ins Weiße Haus

Auch im Wahlkampf mischte sich „Breitbart News“ und die „Alt Right“-Bewegung aktiv ein und unterstützten ihren favorisierten Kandidaten Donald Trump. Dies scheint sich nun auszuzahlen: Stephen Bannon, ehemaliger Leiter von „Breitbart News“ und ebenfalls glühender Nationalist, wurde noch während des polarisierenden Wahlkampfes zum Wahlkampfleiter von Donald Trump und nun zu seinem Chefstrategen ernannt.

Das Weiße Haus in Washington
Am 20. Januar zieht der designierte US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus. Quelle: reuters

Durch die Kontakte und ideologischen Überschneidungen zwischen Bannon und der Bewegung, haben es die Nationalisten geschafft, eine ständige Verbindung ins Weiße Haus aufzubauen. Nicht ohne Grund sprach Richard Spencer unlängst davon, dass Donald Trump ein „Körper ohne Kopf“ sei und seine Bewegung das passende Gegenstück: ein „Kopf ohne Körper“ – so wird befürchtet, dass nun zusammengefunden hat, was scheinbar zusammengehört und dass rechte Ansichten nicht nur unweit des Weißen Hauses, sondern auch in seinem Inneren verbreitet werden.

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