50 Jahre chinesische Kulturrevolution

Einmal Mao und zurück

Politik | auslandsjournal - 50 Jahre chinesische Kulturrevolution

Einmal Mao und zurück

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.05.2017, 23:15

China befindet sich in einer Krise - das erste Mal seit der Öffnung der Wirtschaft 1979. Doch statt auf politische und wirtschaftliche Reformen zu setzen, antwortet die Zentralregierung um Parteichef Xi Jinping mit verschärften Repressionen und neuem Führerkult.

„Wenn du heiratest, heirate einen Mann wie Xi Jinping“, so heißt es in einem Pop-Song, der den aktuellen Staatspräsidenten Chinas als idealen Mann ehrt und seine herausragenden Eigenschaften hervorhebt – ein Personenkult wie zu alten, streng kommunistischen Zeiten. Präsident Xi Jinping scheint damit Mao Zedong, dem Staatsgründer der Volksrepublik, immer ähnlicher zu werden – und das zu einem besonderen Jubiläum.


Eine Dekade der Repression und Gleichschaltung
Anfang Mai jährte sich zum fünfzigsten Mal der Beginn einer der blutigsten Dekaden, die die Volksrepublik erlebt hat: Der Beginn der von Mao Zedong verordneten „Großen Proletarischen Kulturrevolution“. Während ihr versank China zehn Jahre lang in einem blutigen Chaos, begleitet durch einen konsequent verbreiteten Personenkult. Die Jugend wurde vom „Großen Steuermann“ Mao zu einer Hetzjagd gegen alles Alte und „Kontrarevolutionäre“ aufgewiegelt und überzog als „Rote Garden“ das Land mit Terror. Zeitgleich wurde Mao als allmächtiger Staatsführer inszeniert. Bis zu seinem Tod im Jahr 1976 verfiel das Land in völlige Anarchie - Millionen von Menschen starben.

Parteichef Xi Jinping
Staatspräsident Xi Jinping Quelle: dpa


Der Pakt mit Xi Jinping
Fünfzig Jahre später, nach wirtschaftlichem Boom und dem Exportschlager „Made in China“, sieht sich die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt turbulenten Zeiten gegenüber. Doch anstatt mit wirtschaftlichen Reformen auf die weiter schwelende Krise zu antworten, setzt der Staatsführer auf altbewährte Mittel: Verschärfte politische und physische Repressionen gegen alle Andersdenkenden und die Wiederbelebung des Führerkults. Es wird der Eindruck vermittelt, als wolle der amtierende Staatspräsident in die Fußstapfen Maos treten: Dafür wird Jinping nicht nur in Liedern als Heiratskandidat verehrt, sondern gänzlich als unfehlbarer Staatslenker ins rechte Licht gerückt.

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