An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS vom 13. Oktober 2016

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Politik | auslandsjournal - An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS vom 13. Oktober 2016

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 13.10.2016, 00:45 - 01:30
Verfügbarkeit:
Video verfügbar ab 07.12.2016, 10:00
Produktionsland und -jahr:
Irak 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Talesskef, 20 Kilometer nördlich der IS-Hochburg Mosul/Nordirak. Zuvor ist es Einheiten der kurdischen Peschmerga gelungen, diese vorwiegend von Christen bewohnte Stadt vom IS zu befreien.

Seitdem versucht der sogenannte "Islamische Staat" immer wieder, Talesskef zurückzuerobern. So auch am 3. Mai 2016. Am helllichten Tag rücken sie mit 200 Kämpfern in gepanzerten Fahrzeugen bis zur Stadtgrenze vor.

Unserem Reporter Ashwin Raman ist es gelungen, dieses Ereignis filmisch festzuhalten, und erstmalig in diesem Konflikt US-amerikanische Soldaten in kriegerischen Handlungen zu dokumentieren.

Innerhalb von drei Monaten im Sommer 2014 hat der IS die gesamte politische Lage im Nahen Osten verändert. Die Weltmächte mussten hilflos zusehen, wie eine Gruppe von fanatischen islamischen Kämpfern blitzartige Siege gegen die Armee des Iraks und gegen die Armeen von Syrien und Kurdistan gelangen. Es folgten Hinrichtungen, Morde und Vertreibungen. Für die IS-Führung war dies der erste Schritt, die Welt unter ein großes islamisches Kalifat stellen zu wollen.

Nach anfänglichen Erfolgen musste der IS einige Rückschläge hinnehmen. Laut des US- Verteidigungsministeriums hat er bereits 14 Prozent seines Territoriums verloren. So sind syrische Städte wie Kobane, Teile von Aleppo und Rakka nicht mehr unter der Kontrolle des IS. Im Irak konnte die irakische Armee Ramadi und Fallujah wieder zurückerobern. Den größten Erfolg konnten allerdings die Peschmerga vermelden. Im November 2015 gelang es ihnen, den IS aus weiten Teilen der Region Sinjar zu vertreiben.

Momentan laufen die Vorbereitungen für den Schlag auf die IS-Hochburg Mosul auf Hochtouren.

Im Sommer 2016 war der mehrfach ausgezeichnete Kriegsreporter Ashwin Raman über zwei Monate im Irak und in Syrien unterwegs. Ausgestattet mit einem Rucksack und einer kleinen Videokamera lebte Raman wochenlang mit den Soldaten der kurdischen Armee. Dabei gelangen ihm hautnahe Aufnahmen vom Leben an der Frontlinie. Exklusiv konnte Raman die Ausbildung kurdischer Rekruten durch deutsche Bundeswehr-Soldaten begleiten. Deutschland beliefert die Peschmerga mit Waffen, unter anderem mit panzerbrechenden MILAN-Raketen.

Begleitet wird Raman auf seiner Reise von Hiwa Amin, einem deutschsprachigen Peschmerga. Obwohl Amin ein Oberstleutnant bei den Peschmerga ist, musste er seine Kalaschnikow für 1500 Dollar auf dem Basar kaufen. Das ist keine Seltenheit, ein Großteil der kurdischen Kämpfer ist gezwungen, für Waffen und Ausrüstung selbst zu sorgen.

Amins Appell an Frau Angela Merkel: "Bitte schick uns mehr Waffen. Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern für die ganze Welt."

Dass es nicht harmonisch zwischen den Kurden und der irakischen Armee läuft, erfährt Raman von General Sirwan Barzani, dem kurdischen Oberbefehlshaber an der Makhmur Front. Barzani: "Die Iraker sind zwar hier, tun jedoch herzlich wenig. Sie haben ein paar Dörfer zurückerobert und mehr nicht. Seit die Iraker hier sind, werden meine Männer mehrmals am Tag angegriffen."

Während seiner Reise erlebt Raman immer wieder die Improvisationskunst des IS. Abseits der Selbstdarstellung in Propagandavideos als Hightech-Armee, verwendet der IS überwiegend Lowtech bei seinen Angriffen. So werden zivile Fahrzeuge mit Panzerstahl aufgerüstet oder Camouflage-Jacken entworfen, um sich vor Drohnen "unsichtbar" zu machen.

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