auslandsjournal vom 3. Februar 2016

Politik | auslandsjournal - auslandsjournal vom 3. Februar 2016

In dieser Woche berichtet das auslandsjournal unter anderem über Pegida-Ableger in Europa, Brasiliens Kampf gegen den Zika-Virus und im außendienst besucht Anja Roth der Sargbauer der "Ga" in Ghana.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.02.2017, 22:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Pegida expandiert europaweit
Wut als Exportschlager

Die anhaltende Flüchtlingskrise beschert rechten und islamkritischen Positionen in Europa weiter Zulauf. So erlebt der Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner Freiheits-Partei PVV in den Niederlanden ein Comeback und dominiert derzeit die Umfragen. Abseits der Parteipolitik macht in unserem Nachbarland ein Ableger von Pegida auf sich aufmerksam. Mit dem deutschen Original teilt er dabei mehr als nur den Namen: Auch in den Niederlanden gibt sich Pegida bürgerlich, obwohl es auch dort bei Demonstrationen wiederholt zu Ausschreitungen gekommen ist. Bisher sind es nur wenige hundert Personen, die regelmäßig durch Städte wie Apeldoorn oder Utrecht marschieren. Dennoch beobachten Experten die Entwicklung mit Sorge.

Denn die niederländische Pegida ist in ein wachsendes europaweites Netzwerk eingebunden. In mehreren Ländern haben sich mittlerweile Ableger gegründet: Von Norwegen über Großbritannien bis Spanien berufen sich Gruppen auf das deutsche Vorbild. Sie eint die Furcht vor der angeblichen "Islamisierung des Abendlandes" und die Ablehnung der Europäischen Union. Für den 6. Februar ist eine Großkundgebung geplant - in 14 Ländern sollen zeitgleich Pegida-Gruppen demonstrieren. Beobachter fürchten eine Koalition der Anti-Europäer und Islamkritiker, die das Bild Europas nachhaltig verändern könnte.

Aus den Niederlanden berichtet ZDF-Korrespondentin Ina D'hondt.

"außendienst": als Sargbauer in Ghana
Mit dem Taxi ins Jenseits

Hierzulande ist der Tod ein eher bedrückendes Thema - zwar ist er unausweichlich, aber darüber nachdenken mögen die wenigsten. Nicht so bei den Ga, einer Volksgruppe in Ghana. Bei ihnen spielt der Tod eine zentralere, aber bei weitem nicht so düstere Rolle wie in der westlichen Kultur. Dies spiegelt sich auch in den kunstvoll gestalteten, bunten Särgen wider, die die berühmten Sargschreiner der Ga für jeden Verstorbenen individuell herstellen.

Hier ist beinahe jede Form möglich, wichtig ist nur, dass sie zur Persönlichkeit des Verstorbenen passt: Lehrer können zum Beispiel in einem Bleistift beerdigt werden, der Sarg von Taxifahrern hat oft die Form eines Autos. Aber auch ein Sarg in Form des Lieblingsgetränks - etwa einer Coladose - ist möglich. Die Kunstfertigkeit der Sargschreiner kennt kaum Grenzen.

Die Sargkunstwerke werden in Handarbeit hergestellt und kosten um die 300 US-Dollar, in Ghana ein kleines Vermögen. Aber die Investition lohnt sich für die Ga: Ihrem Glauben zufolge haben die Verstorbenen aus dem Jenseits Einfluss auf das Leben der Nachfahren - und können mit einem besonders prächtigen Sarg milde gestimmt werden.

Aus Ghana berichtet "außendienst"-Reporterin Anja Roth

Brasiliens Angst vor dem Zika-Virus
Staatsfeind Moskito

Hype um "Kinderengel" in Thailand
Nicht ohne meine Puppe

Stab

  • Moderation - Antje Pieper

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