Brauchen wir die Frauenquote?

Chat mit der Bundestagsabgeordneten Judith Skudelny

Sie sind die besseren Schüler und Studenten, in den Chefetagen jedoch immer eine Minderheit - brauchen wir eine Frauenquote? Stellen Sie Ihre Fragen an Judith Skudelny im "Berlin direkt"-Chat oder diskutieren Sie bei Twitter unter #berlindirekt.

Judith Skudelny
Judith Skudelny Quelle: ZDF

Mehr Frauen in Führungspositionen - immer wieder kocht das Thema hoch, doch passiert ist wenig. Die Forderung nach einer gesetzlich geregelten Frauenquote werden daher wieder einmal lauter. Im aktuellen ZDF-Politbarometer vom 9. Märzsprechen sich 51 Prozent der Befragten dafür aus.

"Appelle führen zu gar nichts"

Im Bundestag nutzte die Opposition am Freitag die Gelegenheit, um der Bundesregierung Druck zu machen. Es passiere zu wenig zu langsam, so der Vorwurf. Die SPD-Fraktion brachte daher einen Gesetzentwurf ein, der eine feste Quote von 40 Prozent für Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen von DAX-Unternehmen ab 2015 vorsieht. "Wir alle wären froh, wenn wir auf Quoten verzichten könnten", sagte die SPD-Abgeordnete Eva Högl im Plenum. Dass ein Drittel der 100 größten börsennotierten Unternehmen jedoch keine einzige Frau in den Führungsgremien habe, sei eine "entsetzliche Situation". Es zeige sich, dass "Appelle und Selbstverpflichtungen zu rein gar nichts führten".

Auch aus Brüssel bläst unterdessen ein schärferer Wind. Die zuständige EU-Justizkommissarin Viviane Reding will bis Sommer Vorschläge für eine Frauenquote in Chefetagen vorlegen und will damit einen Anteil von 30 bis 40 Prozent weiblicher Führungskräfte in Aufsichtsräten und Vorständen erreichen. "Women mean business", so Reding im heute.de-Interview. Studien ergäben, dass Unternehmen mit einer ausgeglichenen Mann-Frau-Struktur viel bessere Resulte erzielten, als Unternehmen mit reinen Männerstruktur. Deshalb müsse "gesellschaftspolitisch gerüttelt werden, weil wir sonst Talente verlieren", so Reding.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Doch es gibt auch zahlreiche Gegnerinnen eines solchen Vorstoßen. "Eine Quote in Führungsposition würde nur Deckweiß auf eine schlechte Situation malen", kritisiert die Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny (FDP). "Was wir brauchen, ist gesellschaftliche Gleichberechtigung und bessere Rahmebedingungen", so die 37-Jährige. Auch die Familienministerin lehnt eine gesetzliche Quotenregelung für Frauen ab. Durch die öffentliche Diskussion sei "eine Menge in Bewegung gekommen", sagte Kristina Schröder im Bundestag. Die Frauenförderung in Deutschland sehe sie daher auf einem guten Weg.

Geht es wirklich ohne Quote? Welche anderen Möglichkeiten gäbe es, Frauen besser zu stellen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern? Stellen Sie Ihre Fragen an die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny am Sonntag, dem 11. März, ab 19.30 Uhr im "Berlin direkt"-Chat, oder diskutieren Sie bei Twitter unter dem Hashtag #berlindirekt.

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