Brauchen wir eine Partei rechts von der Union?

Chat mit Prof. Oskar Niedermayer

Erika Steinbach, Vorsitzende des Vertriebenenbundes (BDV), will nicht mehr und zieht sich aus der CDU-Führung zurück. Der Grund: Sie habe dort nur noch eine "Alibifunktion" gehabt. Für viele ein Beleg, dass die Union ihre konservativen Wurzeln vernachlässigt. Ergibt sich dadurch Raum für eine Partei rechts von ihr? Chatten Sie dazu mit dem Politologen Professor Niedermayer am Sonntag um 19.30 Uhr.

Erika Steinbach erklärte am vergangenen Donnerstagabend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, sie werde sich aus der CDU-Führung zurückziehen, da sie dort nur noch eine "Alibifunktion" erfülle. "Ich stehe dort für das Konservative, aber ich stehe immer mehr alleine", so die BDV-Vorsitzende. Auch mancher Wissenschaftler ist überzeugt, die Union vernachlässige ihren rechten Flügel.

"Um die zehn Prozent"

Sie müsse aufpassen, "dass ihr nicht ein Teil ihrer traditionellen konservativen Wählerschicht verloren geht", so Prof. Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin im "Berlin direkt"-Interview. Er sei zwar überzeugt, "dass wir in der Wählerschaft ein genügend großes Potential haben, das konservative Ansichten vertritt", aber das alleine reiche noch nicht für eine konservative Partei, um sie wirklich zum Erfolg zu führen. Woran es fehle, seien "charismatisches Führungspersonal", Geld und Organisationskraft, um Wahlkämpfe führen zu können.

Mit "um die zehn Prozent" gibt Niedermayer die Größenordnung der konservativen Wählerschicht an. Ein Potential, das von CDU/CSU nur noch ungenügend angesprochen werde. "Die Union hat sich in den letzten Jahren vor allem in der Gesellschaftspolitik stärker in Richtung liberale Wertesysteme bewegt." Dies habe dazu geführt, dass sich ein Teil der Stammwähler nicht mehr wirklich vertreten fühlt. Sollte es tatsächlich zu einer Partei rechts von der Union kommen, müsse sich dieses sehr deutlich von extremistischen Parteien abgrenzen und deutlich machen, dass sie eine "bürgerlich-konservative Partei" ist.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Was meinen Sie? Hat die Union noch ausreichend prominente Köpfe, um auch den konservativen Flügel weiterhin einzubinden, oder braucht Deutschland wie die Niederlande, Frankreich oder Italien eine weitere bürgerlich-konservative Partei? Stellen Sie Ihre Fragen an Prof. Oskar Niedermayer im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 12. September, ab 19.30 Uhr.

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