Digitale Welt vs. reales Leben?

Chat mit Dorothee Bär

Lassen sich "reale" und "digitale" Welt noch trennen? Ist es ein "Clash of Civilizations", wie der CDU-Abgeordnete Heveling erklärt und dafür viel Kritik erntet? Chatten Sie dazu mit der stellvertretenden CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär.

Dorothee Bär
Dorothee Bär Quelle: ZDF

Just in der Woche, in der Kanzlerin Merkel ihren "Zukunftsdialog" startete, mit dem sie über das Internet den direkten Austausch mit den Bürgern suchen will, um "die großen Zukunftsthemen" anzugehen, schoss ein Parteifreund quer.

"Digitale Maoisten"

"Liebe 'Netzgemeinde': Ihr werdet den Kampf verlieren", schrieb Ansgar Heveling in einem Gastkommentar Anfang der Woche im "Handelsblatt". "Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird", so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

In dem Artikel befürwortet Heveling die umstrittenen US-Gesetzesinitiativen SOPA und PIPA für einen strengen Urheberrechtsschutz und bezeichnet die Gegner dieses Gesetzes als "digitale Maoisten". Empörung, Hohn und Spott ließen im Netz nicht lange auf sich warten. Denn Heveling ist nicht einfach nur Abgeordneter - er ist Mitglied in der Enquete-Komission Internet und digitale Gesellschaft. Diese soll die Auswirkungen des Internets auf Politik und Gesellschaft untersuchen.

"Mutmacher" nicht "Angstmacher"

Selbst in den eigenen Reihen erntet Heveling für seinen Beitrag Kritik. Sie halte "martialische Kriegssprache" grundsätzlich für den falschen Weg, sagt Netzpolikerin Dorothee Bär zu "Berlin direkt" und deutet in Richtung Heveling durch die Blume an: "Wenn ich grundsätzlich mit Familienpolitik nichts anfangen kann, muss ich mir überlegen, ob ich im Familienausschuss gut aufgehoben bin", so die stellvertretende CSU-Generalsekretärin.

Wer Mitglied der Enquete-Kommission sei, müsse mindestens diejenigen, denen das ein Anliegen ist, verstehen wollen und Brücken bauen wollen. Man solle "Mutmacher" und nicht "Angstmacher" sein, findet Bär. Wenn die einzige Antwort der Politik lautet, "wir verbieten oder beschäftigen uns nicht damit, dann kann es nicht funktionieren".

Stellen Sie Ihre Fragen!

Gibt es ihn, den "Kampf zwischen der schönen neuen digitalen Welt und dem realen Leben", wie ihn Ansgar Heveling beschreibt? Versteht Politik heute überhaupt noch, wie die Lebenswirklichkeit junger Menschen und ihr Umgang mit dem Internet aussieht? Stellen Sie Ihre Fragen an Dorothee Bär, stellvertretende CSU-Generalsekretärin, im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 5. Februar, ab 19.30 Uhr.

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