Durch Abfrage zum Organspender?

Chat mit Günter Kirste

Zu viele Menschen warten auf zu wenige Spenderorgane. Gesundheitsminister Daniel Bahr möchte, dass sich jeder wenigstens einmal mit der Frage nach einer Organspende auseinandersetzt. Reicht das? Stellen Sie Ihre Fragen an Professor Günter Kirste.

Günter Kirste
Günter Kirste Quelle: DSO

Derzeit werden in Deutschland nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) jeden Tag durchschnittlich elf Organe übertragen. Gleichzeitig sterben drei Menschen täglich, die auf der Warteliste für ein Organ stehen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will die Zahl der Organspenden erhöhen und setzt dabei auf ausgiebige Information und eine freiwillige Entscheidung.

Nicht auf Faulheit der Menschen setzen

"Wir können die Spenderbereitschaft deutlich erhöhen, wenn wir besser informieren", so Bahr zu "Berlin direkt". Dazu will er die gesetzlichen und privaten Krankenkassen verpflichten, ihre Mitglieder bei der Ausgabe von Versicherungskarten über die Möglichkeit zur Organspende in Kenntnis zu setzen, denn "jeder, der sich mit der Entscheidung nicht auseinandersetzt, legt die Entscheidung in die Hände seiner Angehörigen".

In einigen europäischen Ländern gilt die sogenannte Widerspruchslösung, nach der jeder, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht, nach seinem Tod als potenzieller Organspender in Frage kommt. Diese Lösung lehnt der Gesundheitsminister ab, weil sie letztlich "auf die Faulheit der Menschen setzt".

Stellen Sie Ihre Fragen!

Nach Bahrs Ankündigung zur Organspende-Reform zeichnet sich ab, dass auch nach dem Willen von SPD und CDU jeder zu einer Entscheidung über seine Spendebereitschaft aufgefordert werden soll. Die Reform werde "unmittelbar helfen, Leben zu retten", so SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zur "Passauer Neuen Presse". Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei "optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen aus der Mitte des Bundestages einen Gesetzentwurf zur Förderung der Organspende präsentieren können, der eine sehr große Unterstützung in Parlament und Regierung" finde.Krebspatientin Vehlgut: "Kein Ende in Sicht"

Ist es richtig, dass jeder Versicherte wenigstens einmal mit der Frage nach einer Organspende konfrontiert wird? Was, wenn man sich einmal dazu entscheidet, Organspender zu sein, dann aber seine Meinung wieder ändert? Woher bekommt man einen Organspendeausweis und muss man sich dafür einer bestimmten Untersuchung unterziehen? Stellen Sie Ihre Fragen an Professor Günter Kirste von der Deutschen Stiftung Organtransplantation, im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 2. Oktober ab 19.30 Uhr.

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