Gesundheitsreform - Fluch oder Segen?

Chat mit Dr. Stefan Etgeton

Philipp Rösler, amtierender Gesundheitsminister der FDP, hat versprochen, dass die Gesundheitsreform und der Sozialausgleich gerecht werden sollen. Nun aber entpuppt sich das Vorhaben als industrienahe Klientelpolitik, bei der vor allem private Krankenversicherungen und die Pharmaindustrie auf ihre Kosten kommen. Wie gerecht ist diese Art von Gesundheitspolitik? Was bedeutet das für die Versicherten? Chatten Sie zu diesem Thema mit dem Gesundheitsexperten Dr. Stefan Etgeton!

Anfangs noch sah es so aus, als würde der amtierende Gesundheitsminister Philipp Rösler den Pharmakonzernen durch Regulierungen wie das Arzneimittel-Paket und den darin enthaltenen Zwangsrabatten oder dem Patentschutz auf Arzneimittel den Kampf ansagen. Mittlerweile aber scheinen diese unliberalen Vorsätze wieder aufgeweicht zu werden.

Statt der Schlange, die sich um den Stab wickelt, das Symbol für die Gesundheit, schlängeln sich zwei Schlangen um den Stab und umeinander - eine ist gelb und eine ist schwarz.
Grafik Gesundheit Quelle: ZDF

Wunschzettel der Industrie

Dr. Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen moniert: "Der Minister ist als Tiger gegenüber der Industrie gestartet und jetzt sieht es ganz so aus, als bekäme die Koalition Angst vor ihrer eigenen Courage." Rösler sicherte zu, dass es im Jahr 2011 bei den gesetzlichen Krankenkassen keine weiteren Zusatzbeiträge geben werde. "Es muss aber damit gerechnet werden, dass spätestens ab 2012 wieder Zusatzbeiträge kommen werden, da es nun aus dem Finanzministerium heißt, der geplante Steuerausgleich käme erst 2015", so Etgeton. Die Reform stehe somit also auf tönernen Füßen.

Auch die Tatsache, dass künftig das Gesundheitsministerium die Kriterien für die Bewertung neuer Arzneimittel festlegen soll, wird heftig kritisiert. Denn das hatte sich auch die Pharmabranche so gewünscht. "Da werden die Vorschläge nicht nur übernommen, sondern abgeschrieben", so tönt es aus der Opposition. Minister Rösler hingegen verteidigt seine Pläne: "Ein Teil des Defizits ist immer auch Ergebnis neunjähriger verfehlter sozialdemokratischer Gesundheitspolitik!" Dass die Privatversicherten auch von den neuen Arzneirabatten der gesetzlichen Kassen profitieren sollen, nannte er sinnvoll.

Stellen Sie ihre Fragen!

Was halten Sie von dieser Art von Gesundheitspolitik? Ist das gerechtfertigt - muss das Milliardenloch bei den Krankenkassen erst einmal gestopft werden oder sind die Pläne des Ministers bloße Spiegelfechterei zugunsten der Pharmalobby? Inwieweit sind die Versicherten genau betroffen? Haben privat Versicherte durch die Reform mehr Vorteile als bisher? Stellen Sie Ihre Fragen zu diesem Thema an den Gesundheitsexperten des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Dr. Stefan Etgeton im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 19. September, ab 19.30 Uhr.

Hier geht's zum Chat!

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet