Lötzsch: "Grundsätzlich nicht verschließen"

Koalition mit der SPD im Bund möglich

Sollte es genügend Schnittmengen geben, werde sich Die Linke einer Koalition mit der SPD im Bund nicht verschließen, so Linken-Chefin Gesine Lötzsch im Sommerinterview. Allerdings seien Mindestlohn und der Abzug aus Afghanistan entscheidende Punkte.

Gesine Lötzsch im Sommerinterview
Gesine Lötzsch im Sommerinterview Quelle: Jürgen Detmers

Anfang des Jahres sorgte Gesine Lötzsch mit einem Zeitungsartikel für Aufregung, in dem sie sich mit Kommunismus und demokratischem Sozialismus auseinandersetzte. Im ZDF-Sommerinterview zeigte sie sich enttäuscht darüber, dass nur ein Teil dieses Artikels herausgelöst diskutiert wurde. "Aber vielleicht ist es auch ganz gut, wenn man mal ganz grundsätzliche Debatten in der Gesellschaft anstößt", so die Linken-Chefin.

"Grundsätzlich nicht verschließen"

"Wirkliche Führungskrise"

Gesine Lötzsch im Sommerinterview 2
Gesine Lötzsch im Sommerinterview 2 Quelle: Jürgen Detmers

Angesichts von Wirtschafts- und Finanzkrise fragten sich viele Leute, wie es weitergehen solle und ob es gesellschaftliche Alternativen gebe. "Und wenn wir Diskussionen zu gesellschaftlichen Alternativen in unserer Gesellschaft beginnen und auch nicht gleich wieder abbrechen lassen, dann finde ich das gut." Das Ziel ihrer Partei sei der demokratische Sozialismus, wie er auch im Programmentwurf genannt wird.



Auf Landesebene koaliert die Linke bereits in Brandenburg und Berlin mit der SPD. Grundsätzlich wolle sie sich auch einer Zusammenarbeit im Bund nicht verschließen. "Wenn wir auf der Bundesebene genügend gemeinsame Schnittmengen finden, dann werden wir uns einer Zusammenarbeit nicht verschließen." Jedoch gebe es wichtige Grundsätze, die umgesetzt werden müssten, allen voran die Frage der Gerechtigkeit. "Dafür steht der gesetzliche Mindestlohn, den wir in Deutschland immer noch nicht haben." In der Außenpolitik gebe es zudem eine Bedingung, "von der wir nie abrücken können und das ist der Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan."
Die schwache Doppelspitze sorgt seit langem auch parteiintern für Unmut. Anlass zur Selbstkritik habe jeder vernünftige Mensch, so die Linken-Chefin. Jedoch habe sie als Parteivorsitzende in einer "wirklichen Führungskrise" Verantwortung übernommen, als nicht klar war, ob die Partei weiterexistieren werde. Ob Sie nächstes Jahr noch Parteivorsitzende ist? "Natürlich, denn die Wahl zum neuen Parteivorstand ist erst 2012."

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