Merkels Laufzeiten

Bundesregierung will Energiekonzept vorlegen

Das Kanzleramt an diesem Sonntag. Heute soll es mal sein, was es lange überhaupt nicht war: ein Ort der Entscheidung. Nennen wir es MMM, Merkels Meiler der Macht. Hochkompliziert, hochexplosiv. Willkommen, Frau Bundeskanzlerin, hier ist ihre Betriebsanleitung.

Um den GAU noch zu vermeiden, müssen Sie sehr viel unter Kontrolle bringen. Zum Beispiel das Brennelement Brüderle. Er sieht die Welt durch seine Wirtschaftsbrille. 12 bis 20 Jahre länger strahlen - für ihn ist das das Minimum. Atomkraft? Ja bitte!

Mini-GAU der Widersprüche

Logos von E.ON Ruhrgas
Hauptverwaltung der Ferngasgesellschaft E.ON Ruhrgas Quelle: ZDF


Brüderles Gegenpol: Norbert Röttgen. Ein Teilchen, das sich gern verselbständigt. Je mehr Spannung, desto radikaler: Atomkraft den Ausstieg aus dem Ausstieg? Und bei alldem müssen Sie natürlich auch an die Verfassung denken. Zu lange Laufzeiten beschließen, am Bundesrat vorbei - das könnte Karlsruhe kassieren.


Wechselspannung im Hochvoltbereich. Es droht permanent der Kurzschluss. Tja, Frau Merkel, das ist aber längst nicht alles. Runterkühlen müssen Sie auch Ihre eigene Fraktion. 15 bis 20 Jahre längere Laufzeiten fordert vor allem der Wirtschaftsflügel. Norbert Röttgen ist für viele hier kein Freund, kein Feind, sondern noch viel schlimmer.

Abstoßungsreaktionen auf Röttgen

Bundesratsgebäude in Berlin
Bundesrat - Typical Quelle: imago


Rücksicht nehmen müssen Sie selbstverständlich auch auf die Länder-Elemente. Besonders im Süden, wo die meisten Meiler stehen. Hier gibt's immer wieder heftige Abstoßungsreaktionen auf Ihren Röttgen.


Für besonders heftigen Widerstand sorgt Röttgens jüngste Forderung, Kraftwerke zu schützen vor Flugzeugabstürzen. Das würde alte Meiler unrentabel machen.

Viel Glück, Frau Bundeskanzlerin!

Laufzeiten, Sicherheit - und das ist immer noch nicht alles. Brennelementesteuer, Fondslösung - wieviel sollen die Atomkonzerne zahlen für den Ausstieg aus dem Ausstieg? Und bei alldem müssen Sie natürlich auch an die Verfassung denken. Zu lange Laufzeiten beschließen, am Bundesrat vorbei - das könnte Karlsruhe kassieren. Tja, bisher haben Sie keine klare Richtung vorgegeben, jetzt aber müssen Sie entscheiden. Sechs Elemente, viele Interessen, die überhaupt nicht zusammenpassen. Na dann, Frau Bundeskanzlerin, viel Glück!

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