Quo vadis, Linkspartei?

Chat mit Steffen Bockhahn

Die Linke ist zerstritten. Mauerbau-Debatte, Glückwunsch-Post an Castro und die anhaltende Unzufriedenheit mit der Parteispitze - Anlass für Ärger gibt es genug. Wie soll es jetzt weitergehen? Stellen Sie Ihre Fragen an Steffen Bockhahn.

Steffen Bockhahn Quelle: ZDF

Wenn es nicht gerade der Lebenswandel des Porsche-fahrenden Linkenchefs Klaus Ernst, eine monatelang schwelende Antisemitismus-Debatte oder die durch Parteichefin Gesine Lötzsch entfachte Diskussion um mögliche Wege zum Stalinismus ist, die die Gemüter erhitzen, dann fallen der Linken Mauerbau und revolutionäre Nostalgie auf die Füße.

"Das bedient Vorurteile"

Steffen Bockhahn ist Linken-Chef in Mecklenburg-Vorpommern und kämpft mit Parteifreunden um die Deutungshoheit beim Thema Mauerbau. Ausgerechnet am 50. Jahrestag des Mauerbaus stellten Mitglieder der parteiinternen "Antikapitalistischen Linken" auf einem Parteitag der Landespartei ein Positionspapier vor, demzufolge der Mauerbau 1961 "für die Führungen der Sowjetunion und der DDR ohne vernünftige Alternative" gewesen sei.

Für Realos wie Bockhahn ein Rückschritt. "Das bedient Vorurteile, die wir in 20 Jahren mühevoller Kleinarbeit abgearbeitet haben", sagte er der "Frankfurter Rundschau". "Jetzt ist alles wieder da." Und auch die beiden Parteivorsitzenden sorgten einmal mehr für Ärger. In einem Glückwunschschreiben an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zu seinem 85. Geburtstag gratulierten Lötzsch und Ernst zu einem "kampferfüllten Leben und erfolgreichen Wirken". Kuba sei "Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt".

Ein schwerer Rückschlag

Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Angesichts von 50 Jahren Menschenrechtsverletzungen auf Kuba zeigt dieser Brief, wie wenig die Linke von der Freiheit hält", beklagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP) gegenüber "Bild".

Keine idealen Voraussetzungen für die anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Im aktuellen ZDF-Politbarometer vom 26. August liegt Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern bei 16,5 Prozent und in Berlin bei 10,5 Prozent. In der Hauptstadt muss sie jedoch fürchten, dass Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die rot-rote Koalition nicht verlängert. Das wäre ein weiterer Schlag für die ohnehin angeschlagene Partei.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Warum fällt die Partei vor allem durch interne Querelen auf? Sind Ernst und Lötzsch einfach die falschen Vorsitzenden? Könnte eine Rückkehr Lafontaines die Lösung sein? Und warum tut sich die Linke auch über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung so schwer mit dem Thema DDR und Mauerbau? Stellen Sie Ihre Fragen an den Bundestagsabgeordneten Steffen Bockhahn im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 28. August, ab 19.30 Uhr.

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