Seehofer: "In freiheitlichen Gesellschaften keine absolute Sicherheit"

Tragödien wie Oslo nicht ganz vermeidbar

Eine konkrete Gefahr für Deutschland bestehe nicht, sagt Horst Seehofer, aber "wir müssen die Augen offenhalten für rechte, linke und religiös motivierte Extremisten". Die EU-Entscheidung zu Griechenland begrüßt er, denn sie stabilisiere den Euro.

Horst Seehofer im Sommerinterview 2
Horst Seehofer im Sommerinterview 2 Quelle: ,Sascha Baumann

Die Anschläge in Oslo bezeichnet Horst Seehofer als "unfassbare Tragödie". Selbstverständlich habe man danach auch mit den bayerischen Sicherheitsbehörden gesprochen. Allerdings habe man keine Verbindung des Attentäters nach Deutschland gefunden und müsse auch nicht befürchten, dass Netzwerke bestehen.

"Nicht ganz vermeidbar"

Horst Seehofer im Sommerinterview 6
Horst Seehofer im Sommerinterview 6 Quelle: Sascha Baunmann

"Aber es gehört zur schrecklichen Wahrheit, dass es in freiheitlichen Gesellschaften letzte Sicherheit nicht geben kann", so der CSU-Chef im ZDF-Sommerinterview. Man müsse die Augen offenhalten gegenüber rechten, linken und religiös motivierten Extremisten, "aber das Leben lehrt, dass solche schrecklichen Dinge nicht ganz vermeidbar sind".

Die Entscheidung der Europäischen Union unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Rettung Griechenlands stieß bei Seehofer auf "Begeisterung, weil sie den Euro stabilisiert". Zu den Warnungen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann, durch die Beschlüsse würde einer Transferunion die Tür geöffnet und eine Aufweichung der Haushaltsdisziplin in Europa begünstigt, entgegnete der CSU-Chef: "Ich würde das nicht überbewerten."

"Beides miteinander verbinden"

Bei der gerade wieder in der Koalition debattierten Frage nach einer möglichen Steuersenkung möchte Seehofer ausgleichend einwirken. "Man muss beides miteinander verbinden, eine maßvolle Steuersenkung und einen verantwortlichen Bundeshaushalt." Sein Rat für die derzeit desolate Lage der Liberalen: "Wenn eine gewisse Vielstimmigkeit aufhört, die gerade in der FDP in den letzten Monaten inflationär war, kann auch die FDP einen Steigflug beginnen."Dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister und lange gehandelten CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg möchte Seehofer nach dessen Ausscheiden aus der Politik erst einmal Ruhe gönnen. "Zur gegebenen Zeit werden wir darüber reden, wie Karl-Theodor wieder eingebunden werden kann in die Politik."

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