Was bringt und was kostet die Energiewende?

Chat mit Claudia Kemfert

Die Tage der Kernenergie scheinen gezählt, Deutschland will hin zu erneuerbaren Trägern. Doch wie schnell kann sich Deutschland umstellen und was würde das kosten? Stellen Sie Ihre Fragen an Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im "Berlin direkt"-Chat.

Geht es nach dem Willen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) soll die Energiewende nun mit großen Schritten kommen. Gemeinsam haben sie "6 Punkte für eine beschleunigte Energiewende in Deutschland" vorgestellt. Mehr Windenergie, Gebäudesanierung und moderne Stromnetze sind die wichtigsten Eckpunkte. Doch selbst im eigenen Lager gibt es Kritik am Konzept.

"Erhebliche Belastung für den Haushalt"

"Da sind einige Punkte drin, die eine erhebliche Belastungen für den Bundeshaushalt darstellen würden", glaubt Norbert Barthle. "Wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien Mehrkosten notwendig macht, kann ich eine Belastung auch der Verbraucher nicht ausschließen", so der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion im ZDF.


Röttgen ist jedoch überzeugt, dass höchstens moderate Strompreiserhöhungen auf die Verbraucher zukommen und sich die Investitionen am Ende rechnen werden. "Wir werden nachweisen, dass es nicht nur finanzierbar ist, sondern aus diesen Investition heraus für die Volkswirtschaft, die Unternehmen und die Verbraucher eine Rendite erwächst", so der Umweltminister im ZDF.

Kohle und Gas als "Brücke"?

Um die Lücke des wegfallenden Atomstroms zu schließen, soll als "Brücke" vorübergehend auch verstärkt auf Gas- und Kohlekraft gesetzt werden. Die Kohle-Option stößt bei Experten wie Claudia Kemfert jedoch auf Kritik. Sie möchte stattdessen lediglich auf Gaskraft als Stütze setzen. "Gas ist auf den Weltmärkten derzeit sehr preisgünstig, Gaskraftwerke sind mit erneuerbaren Energien gut kombinierbar, sehr flexibel und haben eine bessere Klimabilanz als Kohle", so die Energiexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im ZDF.

Grundsätzlich hält sie den rot-grünen Ausstiegsbeschluss von einst für machbar. "Man kann bis spätestens 2023 raus aus der Kernenergie und bis dahin den Anteil erneuerbarer Energien verdoppeln." Allerdings warnt sie davor, zu glauben, in zehn Jahren die Energiewende vollständig abgeschlossen zu haben. Vielmehr werde die Umstellung auf erneuerbare Energien einige Jahrzehnte dauern.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Was wird die Energiewende Deutschland kosten? Wieviel müssen am Ende die Verbraucher tragen? Wie lange sind Kohle und Gas als Brückentechnologie notwendig? Stellen Sie Ihre Fragen an Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 17. April, ab 19.30 Uhr.

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