Wie konnte die Causa Wulff so eskalieren?

Chat mit Stefan Niggemeier

Der Konflikt zwischen Bundespräsident Wulff und dem Springer-Verlag eskaliert weiter. Wie konnte es soweit kommen und wer hat welche Fehler gemacht? Stellen Sie Ihre Fragen an den Medienjournalisten Stefan Niggemeier im "Berlin direkt"-Chat.

Stefan Niggemeier, Medienjournalist
Stefan Niggemeier, Medienjournalist Quelle: ZDF

Seit drei Wochen bestimmt Bundespräsident Christian Wulff die Schlagzeilen. Im Kern geht es um einen privaten Hauskredit, den der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen von der Ehefrau eines befreundeten Unternehmers zu besonders günstigen Zinskonditionen erhielt. Doch zu Beginn des neuen Jahres kam eine weitere Eskalation hinzu, die noch größere Wellen schlug.

Verhindern oder nur verzögern?

Am 2. Januar bestätigte die "Bild"-Zeitung Zeitungsberichte vom Vortag, laut denen Wulff am 12. Dezember "Bild"-Chef Diekmann auf die Mailbox gesprochen habe, um eine Berichterstattung über die Kreditaffäre zu verhindern. Darin soll er den "endgültigen Bruch" mit dem Springer-Verlag angedroht haben. Er habe auch Verlagschef Mathias Döpfner angerufen, um den Bericht abzuwenden. Im Fernsehinterview von ARD und ZDF am 4. Januar versuchte Wulff den Sachverhalt zu entschärfen. Er habe den Bericht nicht verhindern, sondern nur um einen Tag verzögern wollen. Diese Interpretation wird von Springer jedoch dementiert.Wulff - Das komplette Interview vom 4. Januar 2012

Öffentlich bittet "Bild" Wulff am 5. Januar, den Inhalt der Nachricht veröffentlichen zu dürfen, doch der Bundespräsident lehnt ab. Der Vorwurf, er nehme es mit der Pressefreiheit nicht so genau, steht somit weiterhin im Raum und füllt die Titelseiten und Nachrichtensendungen. Für Stefan Niggemeier ist die Sache klar. Der Debatte wäre am ehesten geholfen, wenn der gesamte Inhalt der Mailbox-Nachricht vorläge. Denn dann wisse man, "was er gesagt hat und wie sehr es eine Drohung war", sagt der Medienjournalist zu "Berlin direkt" und fragt: "Wie sehr war es vielleicht auch ein Gespräch, anhand dessen man merkt, der 'Bild'-Chefredakteur und der Bundespräsident haben ein Verhältnis, wo sie solche Sachen miteinander dealen?" Und so wird auch die Nähe von Spitzenpolitikern zu bestimmten Medien wieder heiß diskutiert.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Müsste "Bild" die Mailbox-Nachricht nicht trotz der Ablehnung des Bundespräsidenten veröffentlichen, um zu belegen, wessen Angaben richtig sind? Wie kann ein Politikprofi wie Wulff ein so schlechtes Medienmanagement betreiben? Und warum geht ihn der Springer-Verlag so hart an, obwohl die Wulffs von seinen Blättern lange Zeit als strahlendes Paar präsentiert wurden? Stellen Sie Ihre Fragen an den Medienjournalisten Stefan Niggemeier im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 8. Januar, ab 19.30 Uhr.

Hier geht's zum Chat

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet