Wieviel Profil braucht die CDU?

Chat mit dem Politologen Prof. Gerd Langguth

In der Union rumort es. Vor allem Konservative und Wirtschaftsliberale kritisieren den Kurs der Partei unter Angela Merkel. Auf dem Parteitag in Karlsruhe soll nun eine neue Führungsriege gewählt werden. Was bedeutet das für die künftige Ausrichtung der CDU? Diskutieren Sie darüber mit dem Politologen Prof. Gerd Langguth im Chat.

Gerd Langguth Quelle: ZDF

Die CDU hat schon bessere Zeiten erlebt. Zwar ist sie in der Wählergunst laut ZDF-Politbarometer vom 12. November wieder leicht gestiegen und käme bei einer Bundestagswahl nun auf 33 Prozent. Doch hätte sie damit ihr schlechtes Wahlergebnis von 2009 sogar noch leicht unterschritten.

Mangelndes konservatives Profil

Josef Schlarmann Quelle: dpa


Am Sonntag beginnt der CDU-Parteitag in Karlsruhe und neben der Wiederwahl von Angela Merkel als Vorsitzende stehen auch die Posten ihrer Stellvertreter zur Abstimmung. Neben der bisherigen Vize-Vorsitzenden Bundesbildungsministerin Annette Schavan treten nach dem Ausscheiden der Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, Roland Koch und Christian Wulff der neue hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, sowie Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesumweltminister Norbert Röttgen an. Damit zeichne sich ab, dass es "ein starkes Team geben wird", sagte Generalsekretär Hermann Gröhe der Deutschen Presse-Agentur.

So optimistisch blicken nicht alle auf den Parteitag. Josef Schlarmann von der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung kritisiert seit Jahren das mangelnde konservative Profil der Partei unter Merkels Führung. Das Energiekonzept der Bundesregierung nennt er "verfehlt" (Financial Times Deutschland), die Gesundheitspolitik gehe "eindeutig in Richtung Planwirtschaft". Zudem fordert er klarere Kante seiner Partei und wendet sich gegen Merkels Kampagnenstil, die "Wählereinschläferung mit dem Ziel, die Anhänger des politischen Gegners stärker als die eigenen Wähler vom Gang der Wahlurne abzuhalten".

Stellen Sie Ihre Fragen!

Dabei kam die Kanzlerin auf dem Deutschlandtag der Jungen Union den Konservativen in der Partei entgegen und fand ungewohnt deutlich Worte zu aktuellen Kontroversen. Nicht nur sprach sie sich für ein Verbot der heftig umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) aus. Sie bezog auch in der Integrationsdebatte ungewohnt deutlich Position mit den Worten, "der Ansatz für Multikulti ist gescheitert". Doch wird das reichen, um die Kritiker zum Erstummen zu bringen?

Welchen Kurs wird die CDU künftig nehmen? Wird sie weiterhin den konservativen Flügel einbinden und gleichzeitig neue Wählerschichten dazugewinnen können? Welchen Platz muss das "C" in der CDU heute noch einnehmen? Stellen Sie Ihre Fragen an den Politologen Prof. Gerd Langguth im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 14. November, ab 19.30 Uhr.

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