Wo bleibt Die Linke?

Chat mit Stefan Liebich

Nach den Niederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stehen noch wichtige Wahlen dieses Jahr an. Wie ist die Linke aufgestellt? Braucht sie Oskar Lafontaine als Zugpferd? Chatten Sie dazu mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich.

In den letzten Monaten ist es recht ruhig geworden um die Linke. Zumindest war sie bei den großen Aufregerthemen Stuttgart 21 und Atomenergie kaum zu hören. Stattdessen machte ihre Doppelspitze Schlagzeilen in eigener Sache. Klaus Ernst als Porschefahrer mit doppelten Bezügen aus Partei und Fraktion, Gesine Lötzsch mit einer neu angestoßenen Kommunismusdebatte.

Ein altbewährtes Zugpferd?

All das scheint nicht spurlos am Image der Partei vorbeigegangen zu sein, denn nach dem beinahe unaufhaltsamen Vormarsch in die westdeutschen Parlamente bei vergangenen Wahlen musste Die Linke nun herbe Niederlagen einstecken. Ihre Ergebnisse in Sachsen-Anhalt und Hamburg konnte sie mit 23,4 beziehungsweise 6,4 Prozent zwar halten, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz scheiterte sie jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde. Mit Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen dieses Jahr noch drei Landtagswahlen an und in der Partei regt sich angesichte der derzeitigen Misere die Sehnsucht nach einem altbewährten Zugpferd - Oskar Lafontaine.

Wegen einer Krebserkrankung hatte dieser sich Ende 2009 zwar aus der Bundespolitik zurückgezogen und den Parteivorsitz abgegeben. Angesichts seiner offenkundigen Genesung wollen ihn nun jedoch einige zurück. "Ich denke, wenn es eine Notsituation gibt, kann er sich eine Rückkehr vorstellen", erklärte der Fraktionschef im Bundestag, Gregor Gysi, vor Journalisten in Berlin und rannte bei Sahra Wagenknecht damit offene Türen ein. "Es wäre für die Partei ein großer Gewinn, wenn sich Oskar Lafontaine wieder mehr auf bundespolitischer Ebene einbringen würde", sagte die stellvertretende Parteivorsitzende der "Bild"-Zeitung.

Stellen Sie Ihre Fragen!

Das sieht jedoch nicht jeder in der Partei so. "Ich halte nichts davon, jetzt ein Thema zu setzen, das nicht ansteht", sagte Bodo Ramelow im ZDF. "Nämlich, dass wir sagen, wir wechseln mal kurzerhand unseren Vorsitz aus", so der Fraktionschef im Thüringer Landtag. Die Vorsitzende Lötzsch verweist derweil auf inhaltliche Defizite als Grund für das schlechte Abschneiden. "Wir haben es nicht geschafft, innerhalb relativ kurzer Zeit die sozialen Themen so in der Vordergrund zu bringen, dass die Leute sagen, wir brauchen die Linke in den Landtagen", sagte sie im ZDF

Sind nur schlecht kommunizierte Themen verantwortlich für die derzeitige Lage der Partei oder nicht vielleicht doch das schlechte Bild zweier schwacher Vorsitzender? Braucht es vielleicht doch einen Oskar Lafontaine, um in Westdeutschland nachhaltig Fuß zu fassen? Wie wird sich der nun wieder drohende Graben zwischen westdeutschen Träumern und ostdeutschen Realos endgültig überbücken lassen? Stellen Sie Ihre Fragen an den Linken-Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich im "Berlin direkt"-Chat, am Sonntag, dem 10. April, ab 19.30 Uhr.

Hier geht's zum Chat

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet