Zu viel, zu wenig oder gerecht?

Chat mit Gesine Lötzsch

Schwarz-Gelb möchte die Hartz-IV-Sätze um fünf Euro erhöhen und die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Empfänger verbessern. Längst ist daraus eine Debatte entbrannt - wieviel Hartz IV ist gerecht? Stellen Sie Ihre Fragen an die Parteivorsitzende der Linken, Gesine Lötzsch im "Berlin direkt"-Chat.

Gesine Lötzsch
Gesine Lötzsch Quelle: dpa

Geht es nach Schwarz-Gelb, sollen nicht nur die Hartz-IV-Regelsätze für Erwachsene um fünf auf künftig 364 Euro steigen, eine Expertengruppe von Union und FDP hat sich auch auf neue Hinzuverdienstgrenzen für Leistungsbezieher verständigt. Ziel der Koalition sei es, Langzeitarbeitslosen mehr Anreize für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse anstelle von geringfügiger Beschäftigung zu geben.

"Neuregelung ist enttäuschend"

Doch es hagelt Kritik. Die "Methode der Erhebung" für die Festsetzung von Hartz IV werde vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand haben, erklärte Linken-Chefin Gesine Lötzsch gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen" und kündigte gemeinsame Protestaktionen ihrer Partei mit Sozialverbänden und Gewerkschaften an. Die Arbeitgeber lehnten das Vorhaben als unzureichend ab. "Die Neuregelung ist enttäuschend und wird keine Wirkung zeigen", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt der "Rheinpfalz am Sonntag".


Auch Rentner hätten Grund zur Klage. Während die Hartz-IV-Sätze künftig an die Preisentwicklung gekoppelt werden sollen, orientieren sich die Renten an den Löhnen. So kann es passieren, dass die Regelsätze steigen und die Rentner Nullrunden hinnehmen müssen. Während Teile der Opposition die Erhöhung um fünf Euro als zu niedrig kritisieren, fanden im ZDF-Politbarometer vom 1. Oktober immerhin 32 Prozent aller Befragten die Höhe "gerade richtig".

Stellen Sie Ihre Fragen!

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verteidigt die geplante Reform. "Damit steigt der Anreiz, von einem Mini- in einen Midi-Job zu wechseln", sagte die Ministerin dem Bonner "Generalanzeiger". "Von dort aus ist der Sprung in einen regulären Job, ganz raus aus Hartz IV, nicht mehr so schwer." Die neuen Zuverdienstregeln gelten als ein Eckpfeiler der Hartz-Reform, die zum Jahresende eine Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze bringen soll.

Was meinen Sie? Wieviel Hartz IV ist gerecht? Und was ist nötig, um Bezieher wieder in den regulären Arbeitsmarkt zurückzuführen? Stellen Sie Ihre Fragen an die Vorsitzende der Linken, Gesine Lötzsch, im "Berlin direkt"-Chat am Sonntag, dem 17. Oktober, ab 19.30 Uhr.

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