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Der Grünen-Politiker und Finanzexperte Gerhard Schick zu Gast bei Michael Krons

"phoenix persönlich" vom 11.07.2020

Moderation: Michael Krons

29 min
29 min
10.07.2020
10.07.2020
Video verfügbar bis 10.01.2021

Gerhard Schick, geschäftsführender Vorstand der „Bürgerbewegung Finanzwende“ befürchtet, dass es im Herbst eine Bankenkrise geben könnte. Wenn Unternehmen jetzt zusätzliche Kredite bekämen, um die Krise durchzustehen und diese Phase andauere, werde die Schuldenlast irgendwann zu groß, so Schick: „Ich rechne dann damit, dass das auch bei den Banken ankommt. Und dann ist entscheidend, wie viel Puffer haben die eigentlich in ihrer Bilanz, wie viel können die an Verlusten abfedern. Und deswegen machen sich Bankaufseher durchaus Sorgen, dass es da zu einer zweiten Welle kommen kann, die dann auch den Finanzmarkt nochmal richtig beutelt“, so Schick in der Sendung „phoenix persönlich“ im Gespräch mit Moderator Michael Krons.

Mit Blick auf den Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard übt Schick scharfe Kritik an der Finanzaufsicht und den zuständigen Wirtschaftsprüfern. „Das bei Wirecard jetzt ist alles eine Sache mit Ansage gewesen. Die Finanzaufsichtsbehörde hat immer schon geschlafen in den letzten Jahren. Man hätte sie schon länger reformieren müssen und dass es jetzt nochmal einen großen Skandal brauchte, bis man mal ein bisschen aufwacht im Finanzministerium, das ist eigentlich erschreckend. Und auch jetzt springt man wieder viel zu kurz. Ich glaube, es braucht Druck aus der Gesellschaft, damit es wirkliche Reformen am Finanzmarkt gibt.“

Gerhard Schick, lange Jahre finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, verließ 2018 den Bundestag, um sich für eine Finanzwende zu engagieren. „Die Menschen, die sich für faire Finanzmärkte einsetzen, die sich gegen Finanzkriminalität einsetzen, die müssen zusammenarbeiten. Sonst ist unsere Gesellschaft einfach immer wieder Spielball von den Leuten, die uns ausplündern wollen.“

Den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, die EU von einer Währungs- zu einer Wirtschaftsunion auszubauen, begrüßt Gerhard Schick und verweist auf Erfahrungen der vergangenen Jahre: „Weil es keine entsprechende Wirtschaftsunion, keine entsprechenden finanzpolitischen Instrumente in Europa gegeben hat, hat die Europäische Zentralbank alles alleine machen müssen. Und wir stellen fest, dass dieser Fokus auf die Geldpolitik dazu führte, dass die Krise sehr ungerecht gemanagt worden ist.“ Europa müsse eine gemeinsame Antwort finden, so Schick, „damit es nicht zu einer neuen Welle Eurokrise kommt. Denn das ist die Problematik, wenn jedes Land in Europa allein agiert.“

 

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