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Alte Dieselautos für Polen

Deutschland exportiert Abgasproblem

Politik | Frontal 21 - Alte Dieselautos für Polen

Während Pkw-Fahrer in Deutschland ihre älteren Dieselautos loswerden wollen, floriert in vielen östlichen EU-Ländern das Geschäft mit Gebrauchtwagen aus Westeuropa.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.04.2020, 21:00

Allein nach Polen wurden im Jahr 2017 rund 350 000 ausrangierte Dieselfahrzeuge exportiert, die meisten aus Deutschland. Denn die Autos, die aufgrund ihres zu hohen Schadstoffausstoßes aus deutschen Städten verbannt werden, haben im benachbarten Polen weiterhin freie Fahrt. Umweltzonen und Fahrverbote gibt es bislang nicht.

"Die Autoimporte sind die Grundlage des polnischen Automobilmarkts", erklärt Wojciech Drzewiecki vom Automobilforschungsinstitut Samar den grenzüberschreitenden Ankauf von Gebrauchtwagen. Kaum ein Käufer interessiere sich dabei für die Abgasnormen. "Noch haben wir in Polen keine Vorschriften, die den Ankauf von alten Dieseln einschränken würden", so der Automobilexperte im Frontal21-Interview.

Extreme Luftverschmutzung in polnischen Städten

Dabei leidet die polnische Bevölkerung unter extremer Luftverschmutzung, an deren Folgen nach Expertenschätzungen jedes Jahr rund 45 000 Menschen sterben. In Städten wie Warschau ist die Belastung durch Autoabgase sogar höher als durch Kohleöfen. Im Jahr 2017 lagen laut der Weltgesundheitsorganisation WHO unter den 50 europäischen Städten mit der höchsten Luftverschmutzung 33 in Polen. Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) kam Anfang 2018 zu dem Schluss: Polen verstößt wegen anhaltender Überschreitung von Feinstaubgrenzwerten gegen die EU-Bestimmungen zur Sicherung der Luftqualität. Schafft die polnische Regierung keine Abhilfe, könnte die EU-Kommission erneut klagen und finanzielle Sanktionen beantragen.

Der Oppositionspolitiker Stanislaw Gawlowski von der Bürgerplattform PO (Platforma Obywatelska) kritisiert gegenüber "Frontal 21" die Regierung in Deutschland und fordert europäische Lösungen: "Vielleicht wird die Umwelt in Deutschland durch den Dieselexport weniger belastet, aber leider wird das Problem nur in andere Länder verlagert." Das könne man nur als europäische Gemeinschaft lösen, nicht als nationale Staaten mit Eigeninteressen. "Wir brauchen Ansätze, damit diese Fahrzeuge verschrottet werden, anstatt sie einfach weiterzuverkaufen", so Gawlowski.

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Nach Angaben von VW ist es auch bei der Bestimmung des CO2-Verbrauchs von Fahrzeugen zu "nicht erklärbaren" Werten gekommen. Von den Unstimmigkeiten könnten rund 800.000 Fahrzeuge betroffen sein.

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